Review

This Eternal Decay – das sind Riccardo Sabetti (Spiral69), Andrea Freda (Spiritual Front), Alessio Schiavi (Avant-Garde) und Pasquale Vico (Date at Midnight).

Das italienische Quartett konnte nach dem Debüt „I Choose An Eternity Like This“ selbst von der Pandemie in ihrer „Umtriebigkeit“ bezüglich ihres kreativen Outputs nicht zurückgehalten werden und legt mit dem mittlerweile dritten Longplayer „Nocturnæ“ wiederholt kraftvoll nach.

Der Neuling umfasst zehn Songs, die eine ordentliche Bandbreite liefern. So dürfen sich hier nicht nur Dunkel-Romantiker freuen, auch Post-Punks werden abgeholt und Darkwave- sowie Industrial-Elemente breit bedient.
Der Sound der Italiener wirkt akzentuierter und pointierter als bei den Vorgängeralben und trifft somit ins Schwarze.

Die Songs

Mit „Death Doesn’t Lie“ startet das Album lyrisch stark durch, während soundtechnisch auf das vorbereitet wird, was die vier Herren in ihrem aktuellen Schaffensprozess geleistet haben – und das ist mehr als erfreulich! Der Titel könnte „wahrer“ nicht sein, denn der Tod lügt in der Tat nicht und spiegelt die Grundstimmung des Longplayers: Schwer und düster und es geht um nichts Geringeres als die Emotionen und Umstände, die jede/r von uns durchläuft: Unsicherheit, Hoffnung, Liebe, Tod und noch so viel mehr.

Folgesong „Disappear“ dringt besonders voluminös durch die dominierenden Drum-Beats ins Ohr. Riccardos Stimme rundet den Titel ab.

„Lights“ wartet mit einigen poppigen Elementen auf und die Lyrics klingen sehr hoffnungsvoll. Der kleine Akzent Riccardos, den man hier besonders gut heraushören kann, macht den Track noch sympathischer und trägt die Hörer:innen mit.

„No Apologies“ spricht für sich, denn die Band muss sich wahrlich nicht für diesen Track entschuldigen. Das Selbstbewusstsein wird sowohl lyrisch, als auch musikalisch gut transportiert.

Es ist wenig überraschend, dass sich „Darklove“ balladesk präsentiert und Gänsehaut verursacht. Man glaubt dem Sänger sofort, dass ihn das Verlangen zerreißt, denn die Synthies und Drum-Beats sind so zielgenau, dass genau dieses Gefühl authentisch vermittelt wird. Den Schmerz fühlt man förmlich beim Hören des Titels. Sehr gelungen.

This Eternal Decay (Copyright: This Eternal Decay)

„Scars“ und der der titelgebende Song „Nocturnae“ kommen stark daher und akzentuieren zwar die Düsternis, aber beinhalten trotzdem eine musikalisch-lyrische Power, die antreibend wirkt.

„Two Shades of Black“ wirkt langsamer, aber gerade deshalb sehr intensiv. Die klassischen Synth-Elemente geben dem ganzen Track noch mehr Tiefgang – besonders im Nachgang.

„She Walks Away“ birgt klassische 80s-Sounds, die diesen Track tanzbar machen, dabei aber die nötige Portion „Tristesse“ nicht vergessen lassen.

Das Outro „A Deaf Prayer“ kommt nicht stumm, aber dafür tatsächlich als musikalischer Abschluss gut an und rundet das Album instrumental ab.

Fazit

Das Quartett hat binnen weniger Jahre mehrfach bewiesen, dass sie es „drauf“ haben. Sie vereinen klassisch-traditionelle Elemente, ahmen aber nicht nach und verpassen dem Ganzen trotzdem einen frischen und eigenen Fingerabdruck. Für zusätzliche Sympathiepunkte sorgen der leichte Akzent und die Tatsache, dass der Drummer tatsächlich den Takt vorgibt; die Beat-Elemente sind stets on point.


NOCTURNÆ

Video

Tracklist

01 Death Doesn’t Lie
02 Disappear
03 Lights
04 No Apologies
05 Darklove
06 Scars
07 Nocturnæ
08 Two Shades Of Black (feat. Avant-Garde)
09 She Walks Away (feat. Hapax)
10 A Deaf Prayer (Outro)

Details

This Eternal Decay – Bandcamp | This Eternal Decay – Facebook | This Eternal Decay – Instagram

Label: Trisol Music Group / Soulfood
Vö-Termin: 07.01.2021
Spielzeit: 45:46

Copyright Cover: Trisol Music Group



Über den Autor

Daggy
So ist das Leben, sagte der Clown mit Tränen in den Augen, und malte sich ein Lächeln ins Gesicht.