Review

Das Cover des Albums „The White Raven“ von der Band Thirteen Stars kündigt in seiner farbenfrohen psychedelischen Ausrichtung einen vielversprechenden akustischen LSD-Trip an – oder zumindest einen Ausflug in die 60er und 70er Jahre. Überraschenderweise hält sich das Quartett diesbezüglich aber vornehm zurück. Vielmehr liegt der Fokus auf Classic Rock mit mal mehr und mal weniger dominantem Blues- und Southern-Touch sowie partiellen Country-Einflüssen.

Die Produktion der auf „The White Raven“ anzutreffenden zehn Songs erinnert schon eher an die einstige Ära. Lässig, trocken, basslastig und dumpf-dunkel dringt der Sound von „The White Raven“ aus den Boxen, während Titel wie „If You’re Gonna Break My Heart“ beinahe mit einem vorstellbaren Lächeln auf den Lippen und einer chilligen Fröhlichkeit vorgetragen werden, dass beim Hörer sofort gute Laune aufkommt.

Ähnlich wie in „If You’re Gonna Break My Heart“ schüttelt man auch in weiteren Tracks angenehme und einprägsame Hooks aus dem Ärmel. Unbestritten verstehen sich Thirteen Stars auf ihre ausgewählten Genres. Doch in Anbetracht dessen fragt man sich, warum das Können nicht ein wenig abwechslungsreicher gezeigt wurde, denn im Gesamtdurchlauf fehlt es „The White Raven“ ein wenig an Unterschied, sodass viele Songs ziemlich ähnlich klingen.

Thirteen Stars (Copyright: Thirteen Stars)

Thirteen Stars (Copyright: Thirteen Stars)

Immer wieder untermauern diesen Eindruck auch die gekonnt und genretypisch gespielten Sechssaiter, die in Kombination mit dem Bass hauptsächlich zum Southern-/Country-Feeling beitragen. Diesbezüglich empfiehlt es sich nebenbei erwähnt, das Album nicht nur in der Rocker Kneipe des Vertrauens als Hintergrundmusik zu genießen, sondern sich die Scheibe auch mal mit Kopfhörern zu gönnen, um die instrumentale Seite von „The White Raven“ ganz unvermittelt zu erleben. Nichtsdestotrotz erwischt sich der Hörer beim weniger intensiven Hörgenuss dabei, phasenweise abzuschweifen und das Album lediglich als hintergründige musikalische Untermalung wahrzunehmen.

Genau so wie die Instrumente die Trademarks des Classic und Southern Rock allerdings hörbar umsetzen, verleiht auch Sänger Hoss Thompson der Musik seiner Band Thirteen Stars einen authentischen Charakter. Vorstellbar ist sein Gesang nicht nur in verrauchten Spelunken, sondern auch in Stadien – und das, obwohl gesanglich meist rau und kratzig agiert wird. Besonders entgegen kommen Thompsons Stimme Titel wie das groovende, country-beeinflusste „Long Drop Short Stop“, dem auch das Gitarren-Outro gut bekommt.

Durch die gefällige Seite eines jeden Songs und die stete, bereits erwähnte Lässigkeit dürften Thirteen Stars mit „The White Raven“ über die Genregrenzen hinaus Hörer ansprechen und mitreißen.

Tracklist

01 Beautifully Numb
02 Circus Of Dreams
03 Tired Of Waiting
04 Daddy’s Girl
05 Fool’s Heart
06 If You’re Gonna Break My Heart
07 Breadline
08 Long Drop Short Stop
09 Right For Wrong
10 Rocka Bye Baby

Details

Thirteen Stars – Facebook

Label: Off Yer Rocka Recordings / Cargo
Vö-Termin: 11.12.2015
Spielzeit: 35:06

Copyright Cover: Off Yer Rocka



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde