Review

Therion haben mit „Leviathan“ gleich zu Jahresbeginn ein neues Studioalbum am Start.

Nach dem gewagten Experiment „Les Fleurs du Mal“ und dem monumentalen Rock-Epos „Beloved Antichrist“ orientieren sich die Schweden musikalisch diesmal wieder mehr in Richtung ihrer Alben „Sirius B“ und „Lemuria“. Die Songs sind demnach metallastiger und eingängiger.

Die Songs

Dies beweist bereits der Opener „The Leaf on the Oak of Far“. Nach vorne preschend und zudem modern (sprich mit Verzerrungen im Gesang) inszeniert, nimmt der Track die Hörer unmittelbar mit seiner dunklen Atmosphäre gefangen.

Ein weiteres Highlight offenbart sich durch das folgende Stück „Tuonela“. Ebenfalls mit Tempo gespielt ist es vor allem der Gesang, der hier restlos begeistert. Die Melodie der weiblichen Gesangsstimme bezaubert unweigerlich; Marco Hietala (Ex-Nighwish, Ex-Tarot) als männliches Pendant erweist sich dabei als Idealbesetzung.

Nachdem der Titeltrack mit durchgehend klassischem Gesang aufwartet, entpuppt sich „Die Wellen der Zeit“ als ein sehr ruhiger, emotionaler Song, der die Hörer auf besondere Art in seinen Bann schlägt.

Was dann folgt, ist ein Wechselspiel aus einem temporeichen und mit vielen changierenden Gesangsstimmen versehenen Titel („Aži Dahāka“) und einem düster bedrohlichen Stück mit tiefen Chören („Eye of Algol“), um dann wiederum zu einem erhabenen ruhigen Track („Nocturnal Light“) zurückzukehren.

Ehe es mit „Psalm of Retribution“ düster weitergeht, reiht sich mit „Great Marquis of Hell“ ein Power Metal Song inklusive dazu passenden Gesangs ein, der zwar äußerst melodisch, aber leider sehr kurz ausfällt.

Therion (Copyright: Therion)

Nach dem teils fremdsprachlich vorgetragenen interessanten und Abwechslung bringenden „El Primer Sol“ beendet dann „Ten Courts of Diyu“ auf getragene Art und Weise das Album. Insbesondere um als Rauswurf nachhaltig Eindruck zu schindenden, erweist sich der Symphonic Metal Song als genau die richtige Wahl.

Bewertung

Therion servieren mit „Leviathan“ wieder einmal die perfekte Kombination aus Metal und Klassik. Dies betrifft sowohl die Instrumentierung als auch die Anlage des Gesangs in den Songs.

Durch den Einsatz des klassischen Orchesters offenbart die Mehrheit der Titel eine soundtrackartige Opulenz. Das Wechselspiel zwischen Solo- und (hauptsächlich klassischem) Chorgesang, wie man es von Therion gewohnt ist, zeigt sich auch 2021 wieder äußerst gelungen und hält das Interesse der Hörer zusätzlich wach.

Fazit

„Leviathan“ bietet genau das, was Therion seit Jahren auszeichnet und dürfte derart alle Liebhaber dieses Genres mehr als zufriedenstellen.

Leviathan (Digipak)

Video

Tracklist

01 The Leaf on the Oak of Far
02 Tuonela
03 Leviathan
04 Die Wellen der Zeit
05 Aži Dahāka
06 Eye of Algol
07 Nocturnal Light
08 Great Marquis of Hell
09 Psalm of Retribution
10 El Primer Sol
11 Ten Courts of Diyu

Details

Therion – Homepage | Therion – Facebook | Therion – Twitter

Label: Nuclear Blast
VÖ-Termin: 22.01.2021
Spielzeit: 45:33

Copyright Cover: Nuclear Blast



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde