Review

Knapp drei Jahre ist das letzte Album „The Truth Is…“ von den Kanadiern Theory of a Deadman mittlerweile alt; Zeit, dass die Band nachlegt. Und das tut das Quartett nun mit dem inzwischen fünften Studioalbum namens „Savages“.

Die bei dem von Chad Kroeger (Nickelback) gegründeten Label 604 Records groß gewordene Band präsentiert darauf abwechslungsreiche elf Songs, die von Produzent Howard Benson den Feinschliff verpasst bekommen haben. Damit wendete man sich an einen Profi, der sich in jüngster Vergangenheit nicht nur für den Sound von u.a. Halestorm, My Chemical Romance oder Black Stone Cherry verantwortlich zeigte, sondern ebenfalls bereits des Öfteren mit Theory of a Deadman zusammengearbeitet hat.

Stilistisch ist den Musikern der Einfluss einer Band wie Nickelback durchaus das eine oder andere Mal anzuhören, darüber hinaus spiegelt „Savages“ jedoch das eigene Profil der Band wider, das viel Wiedererkennungswert besitzt und mit keinem Song gleich klingt.

Der auch als Single fungierende Song „Drown“ eröffnet das Album auf solide Alternative Rock Art. Die Strophen fallen dabei zunächst schleppend aus, während im Refrain an der Eingängigkeit geschraubt und ein insgesamt intensives Hörerlebnis beschert wird, das durch das langsame, tragende Tempo und den gefühlvollen Gesang eine Atmosphäre heraufbeschwört, die beim Hörer Eindruck hinterlässt. Der umgehend mitsingbare Chorus, bei dem zusätzlich vocoderartige Effekte den Gesang pimpen und ihm das gewisse Etwas verleihen, bleibt im Ohr und überzeugt auf ganzer Linie. Ein sehr gelungener Auftakt und eine nachvollziehbare Singleauskopplung, die Lust auf mehr macht.

Mit dem folgenden Track „Blow“ bleibt man im Alternative Rock Bereich, fügt dem Song aber die Lässigkeit eines Kid Rock und die Wärme und Melodie einer Band wie Nickelback hinzu. Chillig und locker ertönt „Blow“ somit aus den Boxen und überzeugt nicht nur mit Radiotauglichkeit, sondern beschwört die Leichtigkeit und Feierlaune des Kid Rock Videos „All Summer Long“ vor dem inneren Auge der Hörer herauf.

Nahtlos schließt sich dann der Titeltrack an, zu dessen Gelingen deutlich hörbar Gastsänger Alice Cooper beiträgt. Seine außergewöhnliche Stimme fügt sich hier in den Gesamtsound perfekt ein, sorgt für das sprichwörtliche i-Tüpfelchen des Songs und harmoniert gerade durch den extremen Kontrast zur Leadstimme von Theory of a Deadman mit ebendieser hervorragend.

Ordentlich in die Saiten wird in „Misery Of Mankind“ gegriffen. Verstärkt integrieren Theory of a Deadman Gangshouts und fast schon metalcore-artige Shouts und Stimmverzerrungen. Insgesamt ein wenig härter agierend als bisher, stellt die Band abermals ihr Händchen für eingängige Melodien unter Beweis, denn spätestens der Refrain animiert die Hörer zum Mitsingen und -rocken.

Theory of a Deadman (Copyright: Theory of a Deadman)

Theory of a Deadman (Copyright: Theory of a Deadman)

Eine Ballade täuschen die vier Musiker durch das Intro des Songs „Salt In The Wound“ an, bevor auch hier an Tempo und Härtegrad ein wenig gedreht wird. Es entwickelt sich ein Track, der – vor allem im Refrain – zwar noch balladeske Züge aufweist, dennoch einen waschechten Rocksong darstellt. Auch hier fressen sich die Riffs und Hooks in die Gehirnwindungen.

Tatsächlich balladesk, gleichzeitig aber auch sehr „poppig“ fällt „Angel“ aus. Als Lückenfüller möchte man den Titel trotzdem nicht bezeichnen. Verhindern tut dies vordergründig der Gesang, denn dieser ist nicht nur äußerst passend für die Stilrichtung von Theory of a Deadman, sondern auch gefühlvoll und angenehm zu hören.

Besonders sticht schließlich noch „Livin‘ My Life Like A Country Song“ heraus, bei dem Theory of a Deadman Verstärkung von Joe Don Rooney von der Countryband Rascal Flatts erhalten, und der seinem Namen mehr als gerecht wird, denn Countryklänge dominieren hier das Geschehen.

Auf „Savages“ sind es nicht unbedingt ausgefuchste, komplizierte Songarrangements oder Instrumentierungen, die das Album zu einer Wertung von 5 Punkten verhelfen; vielmehr ist dies der Energie des Albums, der Leichtigkeit der Songs, der Eingängigkeit jedes einzelnen Titels und der Gesangsstimme zu verdanken.

Wer Nickelback mag, sollte unbedingt ein Ohr riskieren; all jene, die sich für Alternative Rock begeistern können, sind mit „Savages“ ebenfalls nicht schlecht beraten.

Video

Tracklist

01 Drown
02 Blow
03 Savages (feat. Alice Cooper)
04 Misery Of Mankind
05 Salt In The Wound
06 Angel
07 Heavy
08 Panic Room
09 Tne One
10 Livin‘ My Life Like A Country Song (feat. Joe Don Rooney of Rascal Flatts)
11 World War Me

Details

Theory of a Deadman – Homepage
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Theory of a Deadman – Twitter

Label: Roadrunner Records / Warner Music
Vö-Termin: 25.07.2014
Spielzeit: tba

Copyright Cover: Roadrunner Records / Warner



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde