Review

So put your cards on the table“ heißt es im Opener „Cards“ des Debütalbums „Young Dogs Old Tricks“ von The Texas Flood.
Und wie es scheint, kommt die Band ihrem Aufruf selbst zur Genüge nach, denn auch sie legen ihre Karten offen und weisen bereits im ersten Song den musikalischen Weg, der mit „Young Dogs Old Tricks“ gegangen wird; wenn auch nur kurz, denn obschon der Track 3:33 Minuten dauert, so ist er doch im Nu schon vorbei. Der schnelle Durchlauf des Songs genügt allerdings, um festzustellen, dass sich The Texas Flood auf die alten Wurzeln des Rock ’n‘ Roll besinnen. Und so geht es auch im folgenden Verlauf des zwölf Tracks starken Albums sehr blues-rockig weiter.

Dreckige Gitarrenriffs treffen auf einen ebenso dreckigen Gesang, während die Drums solide den Rhythmus vorgeben und der Bass mal mehr und mal weniger eindringlich herauszuhören ist.
Die dichte Produktion lässt dabei gar nicht auf ein „nur“ drei Mann großes Projekt schließen, doch tatsächlich verbirgt sich hinter The Texas Flood eine derart überschaubare Mitgliederzahl, die es dennoch schafft, üppig wie eine „vollständige“ Band zu klingen.

In allen Songs legen The Texas Flood Wert auf Eingängigkeit, können es aber nicht ganz vermeiden, auf Albumlänge bisweilen recht ähnlich zu klingen. Dies mag daran liegen, dass die Band zu keinem Zeitpunkt ein Wagnis eingeht, sondern sich eher auf die Basics konzentriert, die straight auf den Punkt gebracht werden. Nur wenige Male sorgen Highlights wie z.B. ein fern an Red Hot Chili Peppers erinnerndes Zwischensegment in „Let The Wind Blow“, das außerdem mit einem schönen Drum“solo“, zu dem sich Backingvocals gesellen, aufwartet, für hörbare Variationen.

The Texas Flood (Copyright: The Texas Flood)

The Texas Flood (Copyright: The Texas Flood)

Insgesamt sind es jedoch nicht komplizierte Songarrangements, die dem Hörer auf „Young Dogs Old Tricks“ geboten werden, sondern bewährte Zutaten, die für ein Wohlfühlgefühl sorgen. Denn das erzeugen ausnahmslos alle Titel auf dem Debüt des Dreiergespanns. Dadurch nistet sich der Hörer in seiner Komfortzone ein und lässt sich nach erstmaligem Hördurchlauf zum Repeatdrücken verleiten. Selbst wenn man mit dem Blues-Einschlag nichts anfangen kann, ertappt man sich dabei, mitzuwippen. Ein Zeichen dafür, dass The Texas Flood es verstehen, ihre Konsumenten dort abzuholen, wo sie stehen, und darüber hinaus auch Genrefremde begeistern und mitziehen können.

Somit ist es gar nicht so einfach, eine genaue Angabe zur Zielgruppe für „Young Dogs Old Tricks“ zu machen, denn mit dem Erstwerk von The Texas Flood werden viele unterschiedliche Hörer auf ihre Kosten kommen.

Tracklist

01 Cards
02 A Little More (Frog Song)
03 Let The Wind Blow
04 Linda
05 Rock And Roll Queen
06 Didn’t Need To Say
07 Honey
08 Long Time
09 Getting It Up
10 Stuck On You
11 Take My Time
12 Bullet Proof

Details

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Label: Off Yer Rocka / Cargo Records
Vö-Termin: 12.12.2014
Spielzeit: 42:27

Copyright Cover: Off Yer Rocka



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde