Review

Für das 2009 in Minneapolis gegründete Musikprojekt The Rope ist es – nach einigen Besetzungswechseln und zwei EPs – nun an der Zeit, ihr Debütalbum zu veröffentlichen. Jenes taufte man auf den Namen „Lillian“ und bereits bei einem ersten Hördurchgang lässt sich feststellen: Empfehlenswert für Fans von Bands wie Bauhaus, The Sisters of Mercy, Killing Joke oder den Chameleons. Denn unüberhörbar dienten diese Truppen dem Quartett scheinbar als Inspirationsquelle.

Die Songs

Mit einer eingängigen Melodie und einem entsprechend gut ins Ohr gehenden Refrain präsentieren The Rope ihren Opener „Eyes“. Stimmlich wie auch musikalisch zeigen sich die Amerikaner dabei von ihrer besten Seite und liefern eine gelungene Eröffnung des Albums ab.

Im nachfolgenden Track „Terminus“ hält man dieses recht hohe Niveau aufrecht und serviert den Hörern damit ein kleines Highlight auf „Lillian“. Stilistisch sind hier allerdings bereits die Sisters of Mercy-Anleihen deutlich zu erkennen. Ein Vor- und Nachteil zugleich, verliert die Band dadurch doch ein wenig an Eigenständigkeit.

Der Titeltrack kann musikalisch überzeugen, weist jedoch einen weiteren minimalen Kritikpunkt auf. Zu brachial gibt sich hier (und teils auch in anderen Songs) die musikalische Ebene, die den Gesang nicht in seinem Glanz erscheinen lässt, wie man es eigentlich könnte. Dadurch wirkt der Songs leider nicht stimmig genug.

The Rope (Copyright: Nick Patton)

Schade, denn mit seiner Stimme kann Sänger Jesse Hagon eigentlich überzeugen. Das verdeutlicht auch der Abschlusssong „Again“. Die musikalische Präsentation kann sich in diesem Titel ebenfalls hören lassen, sodass „Lillian“ dadurch einen gelungenen Abschluss findet.

Es bleibt allerdings insgesamt der Eindruck einer gewissen Eintönigkeit.

Fazit

The Rope zeigen in den zehn Songs ihres Debütalbums ihre musikalischen und gesanglichen Qualitäten auf. Allerdings spart man dabei an Abwechslung, sodass „Lillian“ als Gesamtwerk oftmals eintönig beim Hörer ankommt. Die Songs sind alle ähnlich angelegt, beginnen meist sehr intensiv und auch der Bass sowie die Drums weisen durch eine wiederkehrende gleiche Rhythmik wenig Individualität auf. Wer sich daran nicht stört, der sollte dennoch ein Ohr riskieren; insbesondere Fans eingangs genannter Bands dürfen sich diesbezüglich angesprochen fühlen.

Video

Tracklist

01 Eyes
02 Terminus
03 Given to the Gun
04 Gravity
05 Bridge
06 Lillian
07 Dying Days
08 Now You Know
09 Lead
10 Again

Details

The Rope – Facebook

Label: Late Century Records
Vö-Termin: 21.04.2019
Spielzeit: 41:30

Copyright Cover: Late Century Records



Über den Autor

Jasmin
Jasmin
Musik ist Balsam für meine Seele