Review

Zwei Jahre nach ihrem letzten Release legen The Riptide Movement wieder mit berüchtigtem Sound nach, bestehend aus stampfendem Rock mit Blues- und Folk-Einlagen. Herausgekommen ist „Getting Through“, dessen Tracklist zehn Songs schmücken. Wieder einmal mit professioneller Produktion und ihrem simpel gestrickten Stil, der direkt ins Ohr geht.

Zuweilen bekommt man auch die bluesige Ader der Jungs aus Irland zu spüren. Sehr erdiger Rock mit dynamischen Riffs, die oftmals catchy rüberkommen. Eine von The Riptide Movements Stärken ist es, die Strukturen der Titel sehr übersichtlich zu halten. Dadurch spricht „Getting Through“ definitiv die Masse an. Und zu Recht, denn als Hörer wird man begeistert von der Musik mitgetragen. Für die Folk-Parts sorgen dann unter anderem ein paar Blechblasinstrumente, welche wirklich gut mit den Gitarren arrangiert wurden. Die Trompeten leisten ihren Beitrag beispielsweise im Song „Animal“, um dessen Energie aufrechtzuerhalten.

Gleichzeitig verziert die Band ihren Sound noch mit einem leichten Country-Flair bzw. einem Neo-Western Gefühl. Neben den rockigen Passagen klingt „Getting Through“ stellenweise auch rau und thematisch des Öfteren düsterer. Reichlich schnelles Fingerpicking und die Mundharmonika ziehen sich durch einen Großteil der Platte.

Der Gesang klingt durchgehend harmonisch und auch poppig. Ebenfalls spiegelt eine selbstbewusste Stimme den rockigen Aspekt des Albums wider, während sie in den Folk- und Country-Bereichen zunehmend wärmer und dem Genre entsprechend klingt. Aber dennoch lassen es sich The Riptide Movement nicht nehmen, mit der gesamten Truppe Teile der Songs mitzusingen oder auch wahlweise einen Song am Ende gebührend zu feiern.

The Riptide Movement (Copyright: The Riptide Movement)

The Riptide Movement (Copyright: The Riptide Movement)

„Getting Through“ versteht es, die richtigen Hebel des Hörers zu bewegen. Die Band geht ihre Musik mit einer positiven Grundeinstellung an. Und das hört man. In den Songs steckt eine Menge Melodie und Rhythmus, der für jegliche Gehörgänge einfach nur angenehm ist. Aber genauso wie es The Riptide Movement verstehen, die Songs ansprechend aufzubauen, so verlieren sie sich häufig in sich in einem immer wiederholenden Konzept. Oftmals fällt auf, dass sich ein Titel nicht unbedingt von dem vorherigen unterscheidet. Daher kann diese Energie, die durch „Getting Through“ getragen wird, oft sehr schlauchig wirken. Die Versuchung, Songs zu skippen bzw. schon zu Beginn Favoriten zu setzen, ist sehr groß.

Allerdings täuscht dies nicht über die Tatsachen hinweg, dass The Riptide Movement auf ihrem Album wieder mal ihren typischen Charakter rüberbringen und ausgelassen, frisch und trotz Ausflüge in verschiedene Genres immer noch die Bedürfnisse des Hörers befriedigen können. Musik, die berechtig ist, im Radio zu laufen. „Getting Through“ bietet geneigten Ohren auch lange, nachdem der letzte Ton verklungen ist, eine Menge Hörgenuss.

Video

Trackliste

01 Animal
02 How Can I Let You Go?
03 All Works Out
04 You And I
05 Getting Through
06 Glór
07 Across The Water
08 Skin And Bones
09 Friday To Sunday
10 Sycamore Tree

Details

The Riptide Movement – Homepage
The Riptide Movement – Facebook
The Riptide Movement – Twitter

Label: Caroline (Universal Music)
Vö-Termin: 29.05.2015
Spielzeit: 37:53

Copyright Cover: Caroline/Universal



Über den Autor

Christopher