Review

Da von der besinnlichen Zeit kaum noch etwas übrig ist, darf man sich wieder lauthals in die alten Marotten stürzen. Und was wäre da nicht besser als mit einer von Schwedens Death Metal Maschinen und deren neuem Album „Coup De Grâce“ in das neue Jahr zu starten?

Bei The Resistance kann man sicher sein, dass kein Auge trocken bleiben wird, wenn die Jungs mit ihrer Krachmusik über die dreizehn Songs rollen, die zusätzlich noch einen leichten Touch von Hardcore mit sich bringen. Der energiegeladene Teil darf dem chronischen Strapazieren des Nackens gewiss sein, nicht so der Teil der bahnbrechenden Innovationen.

The Resistance orientieren sich hier deutlich an der bewährten Hau-Drauf-Taktik. Was bei vielen anderen Bands oft in monotoner Bedienung von Klischees endet, funktioniert auf „Coup De Grâce“ überraschend – und fast durchgehend – gut. The Resistance verbinden ihr aggressives Gehacke auf den Saiten mit dynamischen Riffs, die direkt ins Ohr gehen. Dabei bildet neben den Blastbeat-Passagen das eine oder andere langsame Stampfen eine Ausnahme.

Alles in allem kann man sagen, dass mit diesem Sound musikalisch so ziemlich alles abgegrast und gerodet wird, was ihm in den Weg kommt. Durch vereinzelte klassische Hardcore-Momente löst sich „Coup De Grâce“ von seiner durchgängig akustischen Wut. Ein gutes Beispiel hierfür wäre „Smallest Creep“, der zu Beginn schon fast an Hardcore Punk erinnert und auch darüber hinaus die Pits zu füllen weiß.

Doch bei aller Liebe zu herumwirbelnden Armen und der einen oder anderen blutigen Nase verliert sich das Album im Laufe seiner Spielzeit immer wieder in sich selbst. Hier wird das Tremolo auf Touren gebracht, dann wieder ein Break und der gefühlt eintausendste „Humpa-Humpa“-Beat.

Hinzu kommen die leicht angestaubten lyrischen Themen. Klar, irgendwo muss man seinen Standpunkt vertreten und besonders so ein Sound bringt den misanthropisch gegen den Strom der Gesellschaft schwimmenden Ansatz von „Coup De Grâce“ gut zur Geltung. Aber auch diesbezüglich bedient man sich lediglich an bereits vorhandenem Material.

The Resistance (Copyright: Sinners Art)

The Resistance (Copyright: Sinners Art)

Gegen Ende gibt es mit „The Drowning“ und „As It All Came Down“ dann noch mal einen deutlichen Aufschwung auf der Platte. Dabei zeigt sich, dass The Resistance einen durchaus zugänglichen Stil verfolgen, der viel zu oft einfach punktgenau den Nerv beim Hörer trifft.

Alles über einer sauberen Produktion, die einen die Ohren flattern lassen wird. Man bekommt hier zwar keine Platte, die unbedingt neue Maßstäbe innerhalb ihrer Artgenossen setzt, aber dafür direkt zündet.

The Resistance bringen mit „Coup De Grâce“ alles mit, angefangen von zerschmetternder Energie bis hin zur fesselnden Attitüde.

Trackliste

01 Death March
02 I Welcome Death
03 Smallest Creep
04 Violator
05 Felony
06 Death Blow
07 Resolution
08 World Order
09 Enslavement
10 Art Of Murder
11 For The Venom
12 The Drowning
13 As It All Come Down

Details

The Resistance – Facebook

Label: earMusic / Edel
Vö-Termin: 22.01.2016
Spielzeit: 37:57

Copyright Cover: earMusic



Über den Autor

Christopher