Review

Die volle Dosis The Quireboys gibt es mit ihrer aktuellen Veröffentlichung „St. Cecilia and the Gypsy Soul“, denn nicht weniger als vier CDs umfasst das Set der Briten, die darauf ihre sanftere Seite zum Ausdruck bringen.

Wie schon das Album „Halfpenny Dancer“ aus dem Jahre 2009 ist auch „St. Cecilia and the Gypsy Soul“ ein reines Akustikalbum, allerdings arrangierten The Quireboys hierfür keine ihrer bereits bekannten Titel um, sondern erschufen zehn ganz neue Songs.
Das „Akustik“-Konzept führt die Band zudem konsequent mit ihrer Auswahl der drei weiteren Silberlinge innerhalb dieser Kombi-Veröffentlichung fort, sodass das unlängst vergriffene „Halfpenny Dancer“-Album ebenso mit von der Partie ist wie zwei Live-CDs, welche die bisher unveröffentlichte unplugged Liveshow zu „Halfpenny Dancer“ aus dem Jahre 2010 umfasst.

Fangen wir auch gleich ganz unorthodox mit ebenjenen Alben an. „Halfpenny Live – Part I und II“ wartet mit insgesamt 17 Songs auf, denen die Liveatmosphäre kaum anzuhören ist. In Studioqualität drängen die Tracks aus den Boxen, was zum einen für eine gelungene Soundqualität spricht, zum anderen jedoch – insbesondere für Freunde der Livemusik – das Quäntchen Live-Atmosphäre (sieht man von den Überleitungen zwischen den Songs ab) missen lässt.
Schön zu hören sind dafür aber die unterschiedlichen Instrumente, die hier zum Einsatz gebracht werden. Fidel, Pedal-Steel-Gitarre, Mandoline und Banjo unterstreichen den Country- und Blues-Einschlag im Sound der britischen Band, während die sowieso schon markante Gesangsstimme verstärkt in den Vordergrund rückt.

Auch auf dem Hauptalbum „St. Cecilia and the Gypsy Soul“ steht der Gesang von Spike im Mittelpunkt. Rau, kratzig und heiser krächzt er sich von Song zu Song, dass man ihm – spätestens nach dem gesamten Konsum von den hier vorhandenen vier CDs – einen Tee oder eine heiße Zitrone bringen möchte. Was auf „herkömmlichen“ Alben, auf denen die Stimme weniger zentral platziert ist und sich mit der Instrumentierung deutlicher vermischt, noch als außergewöhnliche und wiedererkennungswürdige Stimmfarbe empfunden wird, entpuppt sich innerhalb des 4-CD-Sets als sehr einseitig. Zwar erinnert sowohl Stimme als auch Musik an eine Mischung aus Rod Stewart, Bonnie Tyler und Smokie, der stets präsenten Heiserkeit und der damit verbundenen Monotonie möchte man jedoch nach kurzer Zeit entgegenwirken.

The Quireboys (Copyright: The Quireboys)

The Quireboys (Copyright: The Quireboys)

Damit sind wir auch beim Hauptkritikpunkt der „St. Cecilia and the Gypsy Soul“-Box angekommen. Obwohl The Quireboys mal eine deutliche Tendenz zum Singer-Songwriter Genre erkennen lassen, an anderer Stelle sehr bluesbetont zu Werke gehen, sind die vier Rundlinge insgesamt zu abwechslungsarm. Ebenfalls können die Akustikinszenierungen zwar überzeugen, sind auf Dauer allerdings zu ruhig.

„St. Cecilia and the Gypsy Soul“ ist alles in allem somit eher ein Produkt für Fans. Diese kommen nicht zuletzt deshalb auf ihre Kosten, weil The Quireboys zehn neue Titel zum Besten geben, weshalb jene Hörer gerne auch unserer Bewertung einen Stern hinzuaddieren können. Im Hinterkopf sollte man dabei aber behalten, dass The Quireboys selten mit einem Song komplett aus ihrem hier gefahrenen Konzept ausbrechen und sich deshalb schnell Langeweile einstellen könnte. Schade auch, dass das Booklet keinen eigenständigen Platz in der Verpackung des Box-Sets gefunden hat, sondern lediglich als Einleger hinzugefügt wurde und dadurch leicht abhandenkommen kann. Da aber handwerklich alles richtig gemacht wurde und auch das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt, bleiben 3 Sterne übrig.

Tracklist

CD 01: St. Cecilia and the Gypsy Soul
01 Gracie B
02 Land of My Father
03 St. Cecilia
04 The Promise
05 Can’t Hide It Anymore
06 Out of Your Mind
07 The Hurting Kind
08 Adaline
09 The Best Are Not Forgotten
10 Why Did It Take so Long

CD 02: Halfpenny Dancer
01 There She Goes Again
02 Devil of a Man
03 Love to Love
04 Mona Lisa Smiled
05 I Can’t Stop Loving You
06 Roses & Rings
07 Baby Its You
08 Hello
09 Pretty Girls
10 He’ll Have to Go
11 Long Time Comin‘
12 Hates to Please
13 King of New York

CD 03: Halfpenny Live – Part I
01 There She Goes Again
02 Devil of a Man
03 Mona Lisa Smiled
04 Love to Love
05 Roses & Rings
06 Pretty Girls
07 Can’t Stop Loving You
08 One for the Road
09 Hello

CD 04: Halfpenny Live – Part II
01 Hates to Please
02 Long Time Comin‘
03 Have a Drink with Me
04 Late Night Saturday Call
05 Misled
06 I Love This Dirty Town
07 7 O’Clock
08 I Don’t Love You Anymore

Details

The Quireboys – Homepage
The Quireboys – Facebook
The Quireboys – Twitter

Label: Off Yer Rocka Recordings / Cargo / Soulfood
Vö-Termin: 17.04.2015
Spielzeit: 39:13 + 53:39 + 39:01 + 41:07

Copyright Cover: Off Yer Rocka Recordings



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde