Review

Die noch frische Platte „City Of Illusion“ kommt von unserem Nachbarn Österreich. The OverAlls präsentieren hierauf ein Crossover zwischen Rock und Metal. Bei zwei solch geballten Energien, die dabei aufeinanderprallen, ist davon auszugehen, dass es laut werden kann. Zwölf Songs, 43 Minuten durchschlagende Riff- und Drum-Power. Los gehts.

Mit dem Einstieg „Salvation“ wird sofort klar, dass die Jungs ein Händchen für eingängige Songstrukturen haben. Innerhalb der Titel wird regelmäßig über die Bridge Spannung aufgebaut und diese endet dann oft in einer mitsingbaren Hook. Neben den clean gespielten Saiten steht natürlich die Verzerrung im Vordergrund. Und genauso wie in die Saiten gehauen wird, wird auch das Schlagzeug gleichermaßen malträtiert.

Geht es zunächst eher unspektakulär los, zeigt sich am Ende von „Society 2.0“ deutlich der Metal-Faktor der Band, der den Sound von nun an stetig prägen wird. Passend dazu muss es natürlich auch einen charakteristischen Gesang geben und den gibt es auch. Mit viel Druck werden hier die Lyrics in den Beat gepumpt, dabei darf es auch mal melodisch vonstattengehen. Akzente werden durch gelegentliches Antreiben der Stimmbänder zum Gebrüll gesetzt. Für die Background Vocals fügt sich der deutlich tiefere Bärengesang gut in die Titel ein.

Ab „Sales Sale“ beginnen The OverAlls mit verschiedenen Spielarten und mehreren Riff-Varianten dann richtig auf Touren zu kommen. Auch der leichte Hauch von Synthis verleiht der Platte noch ein wenig mehr Atmosphäre. Ganz ohne, dafür wieder einmal mit Riffs, die ins Ohr gehen, und mit sehr emotional rübergebrachten Versen schafft es „Parasite“, seine düstere Grundstimmung beim Hörer zu verbreiten. Durch den Einschlag von Metal, den Strukturen und dem rockig ansprechenden Gesang erinnern The OverAlls oft an eine moderne Version von Breaking Benjamin. Ihre Kennzeichen: Smoothe Lead Riffs, die im Ohr bleiben und ein pulsierender Rhythmus.

The OverAlls (Copyright The OverAlls)

The OverAlls (Copyright The OverAlls)

Dennoch hätte etwas mehr Flexibilität der Platte recht gut getan. The OverAlls verfolgen fokussiert ihre Richtung, halten aber doch manchmal zu stark an den altbewährten Formeln fest. Zwar schweift die Band zeitweilig von ihrem eigentlichen Sound ab, wenn, dann aber nur kurz. Hier und da ein paar individuelle Einschübe und die Band könnte ihren Wiedererkennungswert deutlich steigern.

Wenn die Band es will, dann zünden ihre Songs punktgenau. The OverAlls verlassen kaum ihre Bahn und agieren innerhalb ihrer Möglichkeiten. Nicht zu viel, aber auch nicht so, dass sie hinter ihrem eigenem Niveau zurückbleiben. Und das ist es, was „City Of Illusion“ zu einer durchaus soliden Platte macht.

Dafür gibt es auch genug Momente, in denen man sich als Hörer von dem Sound hinreißen lässt und ein beständiges Kopfnicken einfach nicht zu vermeiden ist. Live wird sich das Ganze dann wohl noch einmal steigern. Und bis dahin kann man das ganz für sich mit dieser zu Recht „großartigen“ Platte.

Video

Trackliste

01 Salvation
02 Society 2.0
03 C.O.I.
04 Evny
05 Sales Sale
06 Interlude
07 Parasite
08 Night Is Falling
09 Burn The Sun
10 I Watch You From Afar
11 Riot
12 #weareoverall

Details

The OverAlls – Homepage
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Label: Monstro Discos
Vö-Termin: 29.05.2015
Spielzeit: 43:32

Copyright Cover: Monstro Discos



Über den Autor

Christopher