Review

Zunächst einmal: dieses Artwork ist einfach klasse! Es hat was von einem psychedelischen Wimmelbild.
Nach „The Fall“ erheben sich The Moth nun mit ihrer neuesten Platte „And Then Rise“, erneut mit ihrem Sludge-Sound mit doomigen Rhythmen und ein wenig Thrash. An viel Drumherum wird gespart und alles beschränkt sich auf Schlagzeug, Gitarre und Bass.

Getragen werden die neun Titel von einem weiblichen Gesang, der mit seiner Tiefe gut zur düsteren Atmosphäre auf „And Then Rise“ beiträgt. Gleichzeitig setzt an diversen Stellen der männliche Gesang mit ein. Die hohle Stimme bietet einen guten Kontrast zu den klaren Vocals. Es wirkt fast wie ein schwarzer Schatten, der den Hörer bedrohlich verfolgt. Das Konzept geht auf jeden Fall auf.

The Moth praktizieren einen durchgehend hartnäckigen und gewichtigen Sound. Das Tempo geht fast ausschließlich schleppend voran. Darauf legen sich kraftvoll angeschlagene Saiten, die nur sehr wenig Melodie von sich geben. Besonders der verzerrte Bass klingt einfach nur dreckig und zusammen mit den Riffs der Gitarre verkündet „And Then Rise“ drohendes Unheil. Und so soll es auch klingen, einfach farbentsättigt.

Das Problem bei diesem immer wiederkehrenden Prinzip ist aber, dass man das Gefühl hat, stets den gleichen Song zu hören. Am Anfang gibt es immer wieder langsame Akkordabfolgen, die bis zur Unendlichkeit gehalten werden, bevor es zur nächsten Sektion geht. Dann zwar etwas abwechslungsreicher, aber übermäßig monoton. Auch gibt es kaum Thrash-Passagen, die das Ganze auflockern könnten, wie es noch bei „They Fall“ der Fall war. „Travel Light“ und „Seek And Burn“ greifen zwar stärker darauf zurück, aber die Riffs sind nicht annähernd so catchy wie auf „They Fall“.

The Moth (Copyright: The Moth)

The Moth (Copyright: The Moth)

Nach ein paar Minuten Stille auf dem letzten Track „Fire“ gibt es noch ein paar versteckte Klänge. Diese ändern zwar nichts an der verlangsamten Herangehensweise wie auf dem Rest des Albums, bringen aber etwas mehr musikalische Vielfalt mit. Besonders das Solo über der ganzen Verzerrung ist eine Hörprobe wert. Doch je mehr man dieser Kombination zuhört, desto mehr wünscht man, es hätte als ganzer Track auf „And Then Rise“ hergehalten.

Nach guten 55 Minuten bleibt leider kaum etwas hängen, so sehr man sich auch bemüht, den Titeln öfter zu folgen. „And Then Rise“ klingt einfach zu durchwachsen, mit immer wiederkehrenden Techniken und Strukturen. Die Platte kommt im weiteren Verlauf nicht wirklich auf den Punkt.

Wer allerdings einen zunehmend schweren, schmutzigen Doom-lastigen Sound bevorzugt, ist hier mehr als gut bedient. Es mangelt zwar an Variation, man muss allerdings keinen direkt Bogen um das Album machen. Ansonsten bleibt man lieber bei „They Fall“.

Video

Trackliste

01 Awaiting
02 Travel Light
03 Fade Away
04 Battle Is Over
05 To Rise (In Wino Veritas)
06 Last TImes
07 Slowly To Die
08 Seek And Burn
09 Fire

Details

The Moth – Facebook

Label: This Charming Man Records
Vö-Termin: 04.04.2015
Spielzeit: 54:38

Copyright Cover: This Charming Man Records



Über den Autor

Christopher