Review

Gegründet 1990 und zwei Jahre später direkt mit dem ersten Langspieler „Trains, Boats and Planes“ an den Start gegangen, treiben The Frank & Walters schon seit mehr als zehn Jahre nun ihr Unwesen im Bereich des Indie-Rock. Dabei mischt sich auf der aktuellen Platte „Songs For The Walking Wounded“ auch hörbar mehr Folk in den Sound ein.

Die Musik von der Truppe zeichnet ein leicht zugänglicher Charakter aus, der durch den dezenten Einsatz aller Mitglieder zu einem großen Ganzen verschmilz. Dabei werden nicht nur die obligatorischen Balladen zum Besten gegeben, sondern auch gerne mal ein leicht poppiger Ansatz zur Auffrischung der Songs genutzt. Aber auch zwischenzeitliche Ausschweifungen in die älteren Jahrgänge der Musikgeschichte (wie in „Riviera“) scheuen The Frank & Walters keineswegs.
Dennoch spürt man, dass die Herangehensweise an die zehn Titel deutlich mit den Jungs gewachsen ist. Viel fokussierter und mit Bedacht gehen sie die verschiedenen Stücke an, die ab sofort mit klasse Arrangement der Melodien glänzen können. Nicht nur Fans, sondern auch Neuzugänge werden begeistert sein, mit welcher Finesse hier vorgegangen wird.

Natürlich gibt es dann aber auch ein paar vorhersehbare Aspekte an der Platte, die leicht an der Individualität von „Songs For The Walking Wounded“ kratzen. So auch mit dem Song „Fishes“.
Etwas seltener kommt man zudem an lyrisch schwachen Punkten nicht vorbei. Mit „1234567“ hat man es sich durchaus einfach gemacht. Der Titel klingt überhaupt sehr eingängig, die Lyrics erschreckend einfallslos und generell scheint die Band ihren Sound hier nirgendwo hinführen zu lassen.

The Frank & Walters (Copyright: The Frank & Walters)

The Frank & Walters (Copyright: The Frank & Walters)

Dabei zeigen The Frank & Walters aber durchaus auch, wie es anders geht. „Father“ schließt das Album mit einem teils melancholischen, teils fröhlichen Anstrich ab. Obwohl es hier sehr langsam vonstattengeht, weiß dieser Titel dennoch zu catchen. Auch die aufbauende Struktur mit Streich-Ensemble beweist, dass hier viel mehr geboten wird, als zunächst noch gedacht.

Ansonsten sind auch die flippigeren Songs, u.a. „Hanging On The Edge“ und „We Are The Young Men“, generelle Highlight-Vertreter des Albums. Sie gehen nicht nur direkt ins Ohr, sondern erzeugen zudem noch einen direkten Zwang, losgelöst zu tanzen.

The Frank & Walters bleiben bei ihren Elementen und gleichzeitig bei dem, was sie am besten können: Ausgelassener Musik, die Trommelfelle stimuliert und Nervenenden zum Vibrieren bringt. Dazu gesellen sich noch musikalische Qualitäten und ein Händchen für ansprechendes Songwriting. Die Jungs muss man einfach mögen.

Video

Tracklist

01 We Are The Young Men
02 Stages
03 Fishes
04 Goddess Of Athena
05 Somewhere In The City
06 1234567
07 Circumstance
08 Riviera
09 Hanging On The Edge
10 Father

Details

The Frank & Walters – Homepage
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Label: Stargazer Records / Broken Silence
Vö-Termin: 24.06.2016
Spielzeit: 43:02

Copyright Cover: Stargazer Records



Über den Autor

Christopher