Review

Erfolgreich startete The Dark Tenor mit dem Debütalbum „Symphony of Light“ seine Karriere im Musikbusiness. Die große Hitdichte des Albums spiegelte sich u.a. in Top-Chartplatzierungen sowie der Gold-Auszeichnung des Werks wider. Mit „Nightfall Symphony“ lüftet The Dark Tenor nun zwar nicht seine Maske, dafür aber das Geheimnis um den Fortgang seiner musikalischen Laufbahn – und die dürfte ihn abermals zum Erfolg führen.

Der erste Hördurchgang des neuen Outputs zeigt jedoch, dass aus The Dark Tenor nunmehr The Grey Tenor geworden zu sein scheint, denn ganz so stark, opulent und „dark“ fällt „Nightfall Symphony“ im Gegensatz zum Vorgänger nicht aus. Es fehlt an Epik und Bombast, die eigentlich dem Konzept, dem Albumtitel sowie Künstlernamen und den Erwartungen der Hörer gerecht werden sollten. War all dies auf dem Erstlingswerk noch vorhanden, so erklingt „Nightfall Symphony“ nun mehr „verpoppt“.

Ein seichter Einstieg in das Album ist u.a. die Folge. Glücklicherweise bildet der Opener „The Brave Never Die“ nicht die Marschrichtung des gesamten Albums ab, dessen mehrheitliche Songs wieder einige herausragende und auch emotionale Melodien besitzen. Auch die Integration bekannter Klassikthemes (wie beispielsweise Wagners „Walkürenritt“ in „Blindfold“) sowie die sich entwickelnden Songs, die sich dadurch ebenfalls an Intensität steigern (Paradebeispiel dafür die Single „Toxic Rain“), reißen das Ruder von „Nightfall Symphony“ immer wieder ins Positive herum.

Allerdings machen sich die verstärkten Pop-Nuancen (z.B. besonders ausgeprägt in „Wild Horses“) auch stimmlich bemerkbar, sodass The Dark Tenor oftmals sehr „glattgebügelt“ klingt und vom Dark Tenor schließlich nur noch der Tenor oder sogar lediglich ein x-beliebiger Pop-Sänger übrig bleibt.
Zusätzlich mangelt es an Überraschungen, sodass „Nightfall Symphony“ oft äußerst vorhersehbar ausfällt.

The Dark Tenor (Copyright: Alexandra Maria Sira)

The Dark Tenor (Copyright: Alexandra Maria Sira)

Umrahmt von einem schwachen Beginn und einem eher mäßigen Ausklang, der seinen „Höhepunkt“ im ganz ohne Gesang auskommenden „The End“ findet, finden nichtsdestotrotz einige Dark Tenor typische Tracks ihren Platz auf dem Album, das von allem jedoch ein bisschen mehr hätte besitzen können; mehr Opulenz, mehr sinfonische Beigaben und Chöre, denn gerade die Streicher erscheinen eher dezent und filigran eingesetzt, während vorrangig Pauken und perkussive Töne das Maß an Epik heraufbeschwören sollen. Somit knüpft „Nightfall Symphony“ an seinen Vorgänger zwar gelungen an, kann dessen erfolgreiche Steilvorlage jedoch nur bedingt erreichen. An zukünftigen Chartplatzierungen und Auszeichnungen wird es aber auch diesem Werk nicht mangeln.

Webisoden 1-6

Webisode – Series 2, Episode 1

Preview

Tracklist

01 The Brave Never Die
02 Blindfold
03 Toxic Rain
04 Wild Horses
05 Horizon – Somewhere I Belong
06 Afterglow
07 Volcanoes
08 Shatter Me
09 Va, pensiero
10 Renegades
11 Mountain High
12 Confutatis
13 Abendlied
14 The End

Details

The Dark Tenor – Homepage
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Label: Trick or Treat Records / PolydorUniversal Music
Vö-Termin: 30.09.2016
Spielzeit: 54:44

Copyright Cover: Universal Music



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde