Review

Zum dritten Mal schicken die Jungs von The Bulletmonks einen Silberling ins Rennen, um ganz offensichtlich den (Hard)Rock Olymp zu erklimmen.
Mittels zwölf Tracks soll dieses Vorhaben gelingen und nach den ersten Songs von „No More Warnings“ ist die erste Etappe auch schon mehr als solide geschafft.

Der als Opener fungierende Titeltrack eignet sich sogleich nicht nur bestens als Grundbeschallung für ein Biker-Treffen, sondern ebenfalls, um die Lautsprecher daheim ordentlich zu strapazieren.
Pure Spielfreude und -energie sind da zu hören, während eine eingängige Melodie nicht erst im Refrain umgehend zum Mitgrooven einlädt.

Nicht nennenswert minder temporeich geht es mit „The Enemy State“ weiter, das bluesige Southern Rock Komponenten genauso enthält wie zielsicheres Riffing. Auf den Punkt gespielte Hooks zielen auch hier auf Eingängigkeit ab und verfehlen ihre Wirkung beim Hörer nicht. Aufgelockert wird das Ganze durch ein knappes instrumentales Intermezzo, das von einem Gitarrensolo dominiert wird und schließlich in den Chorus überleitet.

War bis jetzt schon die Gesangsstimme sehr markant und facettenreich, so überzeugt sie auch im folgenden Song „Gotta Feel It“, der durch die Kombination von schnellen und tragenden Parts an Struktur gewinnt.

Rau, roh und kratzig, dann wieder warm, dunkel und rockig setzt Sänger Tyler Voxx seine Stimme immer wieder vielseitig ein.
Besonders interessant klingt sein Gemisch aus emotionalen und rockig-rotzigen Tönen in „Frontline Sunshine“. Die leichte Heiserkeit, die er in den ruhigeren Momenten aufweist, steht dem Song sehr gut.

Ein weiteres Highlight filtert sich zudem mit dem ruppigen „Chicago Lightning“ heraus, das man sofort auf Repeat stellen möchte. Nicht nur, dass der Drummer hier die Felle ordentlich bearbeitet, was er im Übrigen über die gesamte Strecke des Albums vorbildlich tut, auch die „Gangshout“-artigen Zusätze verleihen „Chicago Lightning“ eine Eindringlichkeit, die mitreißt.

The Bulletmonks (Copyright: Nadine Rodler Photography)

The Bulletmonks (Copyright: Nadine Rodler Photography)

Umso überraschender ist der anschließende Track „The Sound. The Love. The Booze“, in dem die balladeske Seite von The Bulletmonks zum Ausdruck kommt. Und wie kann es anders sein, erneut geht die Stimme unter die Haut, dieses Mal allerdings auf ganz andere Art, denn obwohl auch hier die bewährte Rockröhre erschallt, sind es doch die ruhigen Klänge, die durch Tyler Voxx hervorragend und Gänsehaut verursachend intoniert werden. Ihm hat man es auch zu verdanken, dass der recht abrupte Schluss der Nummer verziehen und als künstlerische Freiheit gewertet wird.

Weil keine Langeweile beim Hören aufkommt und da die Spielzeiten der Lieder sehr angenehm ausgefallen sind, gelangt man im Nu ans Ende des Albums, das kurz darauf zum neuen Hören einlädt.
Kein Song gleicht dem nächsten, auch wenn der hier präsentierte Stil konsequent verfolgt und umgesetzt wird, denn stets arrangiert man die Titel anders, setzt Akzente durch Breaks bzw. Rhythmus- und Melodiewechsel.

Dass sich in der Besetzung seit dem letzten Album einiges getan hat, ist doch ein neuer Gitarrist und Drummer zu The Bulletmonks gestoßen, hört man „No More Warnings“ nicht an. Vielmehr tritt das Quintett aus Nürnberg (jawohl, auch in Deutschland finden sich einige Bands, die traditionellen (Hard)rock authentisch spielen können!) als harmonische Einheit auf und stellt ihr Können auf abwechslungsreiche Art unter Beweis, sodass sich ein Kauf des Albums durchaus lohnt!

Video

Tracklist

01 No More Warnings
02 The Enemy State
03 Gotta Feel It
04 Frontline Sunshine
05 So Wrong
06 I Need Lightsaber
07 Chicago Lightning
08 The Sound. The Love. The Booze
09 Break It Away
10 Hell’s Loose
11 Back In The Desert
12 Giddy Up

Details

The Bulletmonks – Homepage
The Bulletmonks – Facebook
The Bulletmonks – Twitter

Label: Deaf Sheperd / Indigo
Vö-Termin: 08.08.2014
Spielzeit: 43:24

Copyright Cover: Deaf Sheperd



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde