Review

The Black Explosion sind die Retrorocker Chris Winter (Gesang und Gitarre), Andreas Lindquist (Schlagzeug) und Simon Haraldsson (Bass), die nach ihrem kometenhaft eingeschlagenen Debüt 2012 „Servitors Of The Outer Gods“ nun mit ihrem dritten Album mit dem Titel „Atomic Zod War“ an Schubkraft nachlegen.

Schon das Cover wirkt spacig-psychedelisch und der Opener „Paralyzed“ eröffnet in düster-doomigen 13 Minuten eine Odyssee durch Zeit und Raum des Rock’n’Roll. Durch den Verzerrwolf gedrehtes Stimmengewirr und Sirenen weichen einer melodischen Bassline und Schlagzeug wie auch Gesang geben den Gitarren Rückendeckung. Die sehr emotionale Stimme baut eine Spannung auf, die sich in ruhigen Zwischenpassagen verliert und durch das beschwörende und sich steigernde „watch the moon“ weiß man nicht, ob man sich in Stonehenge oder einem Gezeitenstrudel befindet – oder beidem. Dann steigert sich das Tempo unvermittelt und die Gitarren legen den Warp-Antrieb ein und der Zuhörer hinterbleibt titelgerecht paralysiert – nur um vom nächsten Brett getroffen zu werden: „Ain’t Coming Home“.

The Black Explosion (Copyright: The Black Explosion, 2016)

The Black Explosion (Copyright: The Black Explosion, 2016)

Jener Song ist auch die erste Videoveröffentlichung zum Album und lässt keine Zeit, Touri-Fotos vom Saturn (laut Facebookauftritt Heimatstadt der Band) zu schießen. Der Gesang ist lebhafter, die Melodien und Rhythmen direkt, im Arrangement spannend und kurzweilig.

Zum Oldschool SciFi-Auftritt gesellt sich im dritten Track „The World Is Dead“ noch eine gehörige Portion Doom. Ein melodramatisch hingezerrtes „the future is no longer“ zeichnet ein sympathisch apokalyptisches Stoner-Bouquet.

„Location 9“ legt nochmal einiges an Tempo nach und rollt so über die Tanzfläche und auch „Get My Mind Together“ feuert seinen kraftvollen Phaser auf das Kurzzeitgedächtnis ab.

Genrefans werden auf ihre Kosten kommen, aber auch Newbies sei dieses Stück an die Neutronen gelegt. Den beiden Vorgängeralben wird sich dieses als würdiger Nachfolger erweisen – die Produktion ist handwerklich sauber und die Piloten scheinen auch noch Spaß bei der Arbeit zu haben.

Video

Tracklist

01 Paralyzed
02 Ain’t Coming Home
03 The World Is Dead
04 Location 9
05 Going Down
06 Get My Mind Together
07 Devil Inside

Details

The Black Explosion – Facebook
The Black Explosion – Bandcamp

Label: Metalville
Vö-Termin: 27.05.2016
Spielzeit: 35:15

Copyright Cover: Metalville



Über den Autor

Maria
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Tunichtgut von Welt