Review

Aus der Hölle in die Hölle. Die Jungs der Death Metal Zerstörungsmaschine The Black Dahlia Murder melden sich mit ihrem neusten Album „Abysmal“ zurück, um erneut Chaos und Pein über die Trommelfelle zu bringen.

Die Band hat bewiesen, dass sie über sechs Alben zwar stets neue Geschütze auffahren, aber ihrem eigenen Stil immer noch treu bleiben können. Und so folgt zwei Jahre nach „Everblack“ der siebte Streich der Amerikaner.

Während der erste Track „Receipt“ mit dem Streich-Ensemble alte Erinnerungen an den Beginn von „Ritual“ wachrüttelt, geht die Achterbahnfahrt auch schon direkt los. Die ersten beiden Songs zeigen The Black Dahlia Murder in üblicher Manier. Ein nie enden wollender Hagel aus Drums und den typisch melodischen sowie zerberstend schnellen Riffs. Und zum Schluss noch das obligatorische Solo.

Mit dem Titeltrack „Abysmal“ zeigen sich allerdings erste neue Züge in der altbewährten Konstruktion. Besonders wenn es um den Rhythmus geht, legt dieser Titel von einer Sekunde auf die nächste richtig los. Ab dem Punkt beginnt die Platte so richtig Spaß zu machen.

Bei „Threat Level Number Three“ kommt man zunächst gar nicht mit, soviel wie an Klängen auf den Hörer einwirken. In der Mitte wird es sogar etwas grooviger und The Black Dahlia Murder bewegen sich nah an das Slam Death Metal Gebiet heran.

Wenn auf eins Verlass ist, dann immer noch auf Trevor Strnads Organ. Hier bekommen Fans die stimmlichen Ausraster, denen sie schon so lange aus der Anlage oder live folgen. Es gibt hier eigentlich nur zwei Tonlagen: kratzig hoch oder bedrohlich tief. Beides klappt ausnahmslos einwandfrei und hin und wieder gibt es sogar schnelle Passagen, in denen die Vocals gut in den Sound pumpen.

The Black Dahlia Murder (Copyright: Jonathan Pushnik)

The Black Dahlia Murder (Copyright: Jonathan Pushnik)

The Black Dahlia Murder scheinen von einem Phänomen umgeben zu sein, das ihre Musik daran hindert, auch nach Jahren abgedroschen zu klingen. Es gibt natürlich immer mal wieder die eine oder andere Stelle, die sich aufgrund der Bolzerei zieht. „Abysmal“ wirkt dem aber stets mit wechselnden Stilen entgegen. Da darf auch mal ein wenig auf die Bremse getreten werden, und der Sound kommt immer noch genauso episch rüber, wie beim ersten Mal. Besonders der letzte Song „That Cannot Die Which Eternally Is Dead“ bringt noch mal die deutliche Zugänglichkeit der Band zum Vorschein.

Mit „Abysmal“ haben The Black Dahlia Murder eine ordentliche Portion Aggression drauf gepackt. Der Sound ist allgemein noch düsterer geworden, hat sich aber dennoch eine gewisse Note an Farbe vorbehalten; vor allem weil die Band ihren Sound zeitlos wirken lässt.
Was draufsteht, ist auch definitiv drin: The Black Dahlia Murder. Von der Spielweise, den Aufbauten der Songs und der Attitüde, jegliche Hirnwindungen durchzukneten. Pflicht für Fans und alle Fanatiker des Extremen.

Anspieltipps:
Vlad, Son Of The Dragon / Abymal / That Cannot Die Which Eternally Is Dead / Stygiophobic / The Fog

Video

Trackliste

01 Receipt
02 Vlad, Son Of The Dragon
03 Abysmal
04 Re-Faced
05 Threat Level Number Three
06 The Fog
07 Stygiophobic
08 Asylum
09 The Advent
10 
That Cannot Die Which Eternally Is Dead

Details

The Black Dahlia Murder – Homepage
The Black Dahlia Murder – Facebook

Label: Metal Blade Records
Vö-Termin: 18.09.2015
Spielzeit: 37:12

Copyright Cover: Metal Blade Records



Über den Autor

Christopher