Review

The Arcane Order aus Dänemark melden sich endlich zurück. 2008 gab es das letzte Lebenszeichen der extrem melodischen Death Metaller. Mit „In the Wake of Collisions“ rissen sie so ziemlich alles ab, was nicht festgenagelt war. Die Band steht für kompromisslose Härte mit viel Doublass/Blasts und fiesen Death Metal Riffs. Dabei vergessen sie aber nie, Tiefe abzuliefern. Das zeigt auch die aktuelle Veröffentlichung „Cult of None“.

The Arcane Order schaffen es bereits mit dem ersten Song des Albums eine gewisse Stimmung aufzubauen. „Reviver“ beginnt sehr zaghaft, dient eben als Intro, doch vermittelt ein Gefühl des Ausbruches. Aber The Arcane Order wollen aufs Fressbrett geben. Entsprechend startet der Song kurz darauf auch schon durch. Doublebass und melodische Riffs sind am Start und zünden sofort.

Das Träumerische, was die Band darüber hinaus verfolgt, geht immer in die Knochen. Auf „The Machinery of Oblivion“ gaben sie sich deutlich mehr deathmetallisch und straight forward, auf „Cult of None“ nehmen sie sich etwas mehr Zeit. Das erkennt man auch ganz gut an der Länge der Stücke. Unter fünf Minuten passiert hier gar nichts und das bricht den Jungs ab und an mal das Genick. Andere würden sagen, sie ziehen ihre Sache mal durch, doch vielmehr werden die Tracks langatmig und wirken dadurch ideenfrei. Was wirklich schade ist, denn Songs wie „Void Maker“ zeigen, dass sie geile Stücke schreiben können. Hier halten sich Aggressivität und Traumwelt die Waage. „Waves Of Trance“ zum Beispiel klingt viel zu sehr nach dem Vorgänger. Man erkennt hier keine Weiterentwicklung, sondern eher „more of the same“.

Dazu gesellt sich ein Sound, der die moderne Ader der Band gut widerspiegelt, jedoch etwas über das Ziel hinaus schießt. Der Gesang wirkt ein wenig deplatziert und geht viel zu oft in der Soundgewalt von „Cult of None“ unter. Dafür kann man aber den Schlagzeugsound loben. Euch erwartet eine Mischung aus „Schweden Death“ und moderner Djent Kultur.

Wer gerne seine Augen beim Hören schließt, sollte sich „Hesperian“ anhören. Hier wirken okkulte Klänge in einem Mix aus Nile zusammen. Eindeutig der Song, der am meisten hervorsticht und ein ganz persönlicher Liebling. Die Schlagzeugarbeit ist grandios, denn Morten versteht sein grooviges Handwerk. Deshalb ist es auch schade, dass das Drum ein wenig wie aus der Box klingt. Ein Schritt in Richtung Natürlichkeit hätte gutgetan.

The Arcane Order ( Copyright: Massacre Records )

The Arcane Order (Copyright: Massacre Records)

In Sachen Songwriting und Groove sind die Jungs aber einsame Spitze. Wer sich gerne in ihren Bann ziehen lässt, ist hier genau richtig. „Sun Grave“ ist ein episches Beispiel dafür. Die pure Schlagzeuggewalt trifft auf verträumte Riffs in Verbindung mit Brüllgesang. Gerade der 6/8-Takt hat es mir angetan. Eine seltene Komponente, der Post, trägt hier deutlich mehr auf, als auf der ganzen Platte. In Verbindung mit den extremen Klängen liegt dies allerdings nicht jedem.

Fazit: The Arcane Order liefern mit „Cult of None“ ein mehr als solides Album ab. Nach sieben Jahren zeigen sie immer noch, wofür sie eigentlich stehen. Leider haben sich der Sound und die Songstrukturen nicht so recht entwickelt und ein gewisser Grad an Stagnation ist zu erkennen.
Fans müssen sich das neue Material trotzdem definitiv anhören. Für Neueinsteiger ist der Vorgänger jedoch fast noch empfehlenswerter.

Video

Trackliste

01 Reviver
02 Exo Reign
03 Ahab
04 Void Maker
05 Waves Of Trance
06 Faith Eater
07 Hesperian
08 Sun Grave

Details

The Arcane Order – Homepage
The Arcane Order – Facebook

Label: Massacre Records / Soulfood
Vö-Termin: 25.09.2015
Spielzeit: 58:25

Copyright Cover: Massacre Records



Über den Autor

Marcus
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