Review

„Are you ready for another round?“ – mit dieser Frage leiten The Amorettes in den Opener „Batter Up“ ihres aktuellen Albums „White Hot Heat“ ein und knüpfen damit gleichzeitig in allen Belangen nahtlos an das Vorgängerwerk „Game On“ an.

Die drei Mädels geben hier erneut in solider Classic (Hard)Rock-Manier mit teils rotzig frechem Punk-Einschlag kontinuierlich auf die Zwölf, dass sie sich weder selbst noch ihren Hörern Zeit für Variationen geben. Das durchgehend ähnlich hochgehaltene Tempo führt ebenfalls zum Gleichklang der auf „White Hot Heat“ zu findenden zehn Titel. Temporeich, beinahe gehetzt jagt man durch das Album, umso erfrischender heißt man den Song „Pervert Alert“ schließlich in der zweiten Hälfte des Silberlings willkommen. Jener wird zwar partiell unnötig in die Länge gezogen, strahlt im sonstigen Geschwindigkeitsrausch allerdings eine gewisse Lässigkeit und Coolness aus.

„Roll“ betont hingegen die rotzige Anti-Attitüde der Musik von The Amorettes, denn was macht man am besten, um jene zu unterstreichen? Richtig, man nutzt Lyrics mit fluchendem Touch und reichlich Verwendungen des Begriffs „fuck“. Wenig originell, wenig zündend und durch das permanente Angeschrienwerden auch nicht gerade angenehm auf Dauer zu hören. Somit bleibt „White Hot Heat“ nicht nur überwiegend schnell, sondern auch vorhersehbar. Ähnliches konnten die Hörer der Girl-Rock-Band bereits auf „Game On“ beobachten.

The Amorettes (Copyright: The Amorettes)

The Amorettes (Copyright: The Amorettes)

The Amorettes scheinen also alles in allem auch zur Generation „copy & paste“ zu gehören, denn vergleicht man „White Hot Heat“ mit dem Vorgänger „Game On“, so wird man feststellen, dass sich im Hause der drei Rock-Damen nicht viel getan hat. Sowohl die positiven als auch die negativen Aspekte des Debüts findet man hier in gleicher Weise wieder. Dies heißt zugleich: Wem das Erstwerk schon gefallen hat, der ist auch mit dem aktuellen Album gut beraten. Eine Weiterentwicklung oder die Beseitigung der von uns genannten Kritikpunkte von „Game On“ dürfen aber nicht erwartet werden. So stagnieren The Amorettes ein wenig vor sich hin, halten dabei aber immerhin das zu erwartende Niveau und werden den Genremerkmalen und ihrem Image mehr als gerecht. „White Hot Heat“ ist kurzweilig, läuft aber auch Gefahr, ebenso schnell vergessen wie gehört zu sein. Fans greifen dennoch zu, denn handwerklich weiß die Band, was sie tut und auch nach mehrmaligem Hören kann die Power des Trios noch zünden.

Tracklist

01 Batter Up
02 Let The Neighbours Call The Cops
03 Come ’n‘ Get It
04 Roll
05 Crusader
06 Eyes On The Prize
07 Pervert Alert
08 White Russian Roulette
09 Man Meat
10 Stealing Thunder

Details

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Label: Off Yer Rocka / Cargo
Vö-Termin: 24.06.2016
Spielzeit: 37:48

Copyright Cover: Off Yer Rocka



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde