Review

Deathgrind aus Trier? Scheiße, ja!

Der Bandname Task Force Beer klingt zwar zunächst nach einer reinen Party-Metal-Band, aber ihre Platte „Meaning Of Life“ beinhaltet definitiv mehr. Hier gilt: Straight forward mit Raffinessen!
Und das auf 15 Tracks. 15 Tracks? Ja, das klingt total lang, aber wir bewegen uns hier im Grind, was bedeutet, dass „Meaning Of Life“ nach knappen 30 Minuten Spielzeit auch schon wieder vorbei ist.

Darf man dem Booklet Glauben schenken, wurde die Scheibe im Proberaum aufgenommen. Dafür klingt sie ziemlich gut – und des Öfteren nach der Band Benighted.

Opener „Intro“ leitet slamig in das Werk ein und hält neben Spacesounds ein schönes Deathgrind-Riff mit vielen Pinchs parat. Viel mehr darf man dann aber nicht erwartet. Der Sound ist schön matschig und rotzig. Das gefällt jedoch längst nicht jedem.

„T.F.B.“ wirkt dagegen schon etwas mehr nach einem „richtigen“ Song und geht auch gut nach vorne. Gerade die blastigen Parts ziehen die Hörer ziemlich mit.

Das Bier-Image wie in „Home“ könnte dem einen oder anderen schließlich jedoch etwas überstrapaziert erscheinen, vor allem, da damit das eigentlich gute und straighte musikalische Konzept des Albums in den Hintergrund tritt. Spaß hin oder her – etwas mehr Ernsthaftigkeit dürfte es stellenweise dann doch sein.

Leider ist zudem entweder Daniel oder Mario, je nachdem wer für die Highs verantwortlich ist, nicht ganz so fit, weshalb die Screams teilweise ziemlich schräg klingen. Die Growls sind dafür aber satt und kräftig.

Task Force Beer (Copyright: Task Force Beer)

Hier und da gibt es zusätzlich Gruseleinflüsse wie in „Enemy (Intro)“ und immer wieder kommt der Gedanke an Benighted auf – nur eben nicht so experimentell und auch nicht so ausgereift. Klar, Benighted sind ordentlich produziert, aber die Jungs von Task Force Beer sind hier auf einem guten Weg, in die gleiche Kerbe zu schlagen. Ob „Inner Demon Fight“ oder „Darkness“, stets findet man Elemente der großen Vorbilder in den Songs wieder.

Task Force Beer machen somit eine gute Figur auf „Meaning Of Life“. Der rohe Proberaumsound passt natürlich perfekt zum Deathgrind. Und so haben wir hier eine gute Underground-Band, die definitiv noch Potenzial hat und verfolgt werden sollte, sofern man dieses Material mag.

Trackliste

01 Intro
02 T.F.B.
03 First Kiss
04 Home
05 Darkness
06 Inner Demon Fight
07 Puutarha
08 Enemy (Intro)
09 Slow Death
10 Mothra
11 Not my Fault
12 Meaning of Life
13 Violence for Silence
14 Last Kiss
15 Post aus Puutarha

Details

Task Force Beer – Bandcamp
Task Force Beer – Facebook

Label: Eigenproduktion
Vö-Termin: 01.05.2017
Spielzeit: 29:10

Copyright Cover: Task Force Beer



Über den Autor

Marcus
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