Review

Geht es noch persönlicher, ehrlicher und gefühlvoller als es auf den bisherigen Alben der finnischen Sängerin Tarja Turunen der Fall war? Ihr neues Album „In The Raw“ beweist: Es geht!

In zehn Songs eröffnet Tarja ihren Hörern eine neue interessante Welt, die mit bewährten Zutaten wie orchestralen Elementen, Chorgesängen und ihrer unverwechselbaren, klassisch ausgebildeten Stimme sowie verhältnismäßig wenigen Metal-Parts ausgeschmückt wird.

Entstanden ist so ein – auch in produktions- und soundtechnischer Hinsicht – perfekt geschliffener Diamant, der die Diskografie der Künstlerin einmal mehr erstrahlen lässt.

Die Songs

Für erste Gänsehautmomente sorgt bereits der Opener „Dead Promises“, der – als erste Singleauskopplung – das Album vorab vielversprechend ankündigte. Der als Duett mit Björn „Speed“ Strid (u.a. Soilwork, The Night Flight Orchestra) angelegte Song punktet mit melodischem Metal und den in ihrer Kombination harmonisch wirkenden Gesangsstimmen. Ein perfekter Einstieg.

Dem steht auch der sich anschließende Track „Goodbye Stranger“ in nichts nach. Der ebenfalls als Duett konzipierte Titel weist nicht nur die Stimme von Gastsängerin Cristina Scabbia (Lacuna Coil), sondern auch sanfte Metal-Parts auf, die um dezente Pop-Elemente ergänzt werden. Auch hier stellt sich das Zusammenspiel der beiden Gesangsstimmen als sehr passend heraus.

Tarja (Copyright: Tim Tronckoe / earMUSIC)

Apropos Gesang: In „Railroads“ zeigt Tarja nicht nur ihre klassische unverkennbare Stimme, sondern auch andere ungewohnte stimmliche Facetten – und präsentiert damit ein weiteres Highlight des Albums.

Ein ebensolches bildet der Song „Silent Masquerade“; ein weiteres auf den Punkt gebrachtes Duett, bei dem Tommy Karevik (Kamelot) neben Tarja am Mikro brilliert und für gefühlvolle Momente sorgt.

Emotional bleibt es auch in den Titeln „You And I“ und „Spirits Of The Sea“, die insbesondere durch ihre stimmliche und melodische Vielfalt überzeugen.

Mit Chorgesängen und Orchester wird in „Shadow Play“ schließlich ein perfekter Abschluss für das Werk gefunden, während Tarja Turunen hier einmal mehr ihre stimmlichen Qualitäten aufzeigt.

Fazit

„In The Raw“ funktioniert – sowohl als Gesamtkunstwerk, als auch beim Hören einzelner Songs. Stimmig setzt Tarja ihr Konzept des Albums nicht nur musikalisch, sondern auch optisch um. In jeder Hinsicht ästhetisch. Darüber hinaus sorgen ihre fantastische Stimme, abwechslungsreiche, neue gesangliche Facetten und grandiose Duette für unzählige Gänsehautmomente. Nicht nur für Fans der Finnin ein Must-have.

 

Video

Tracklist

01 Dead Promises (with Björn „Speed“ Strid)
02 Goodbye Stranger (with Cristina Scabbia)
03 Tears In Rain
04 Railroads
05 You And I
06 The Golden Chamber (Awaken – Loputon Yö – Alchemy)
07 Spirits Of The Sea
08 Silent Masquerade (with Tommy Karevik)
09 Serene
10 Shadow Play

Details

Tarja Turunen – Homepage zum Album | Tarja Turunen – FacebookTarja Turunen – Twitter

Label: earMusic / Edel
Vö-Termin: 30.08.2019
Spielzeit: 57:05

Copyright Cover: earMusic



Über den Autor

Jasmin
Jasmin
Musik ist Balsam für meine Seele