Review

Bereits das stimmige Intro lässt es erahnen: Tanzwut haben wieder ein Mittelalteralbum am Start.
„Eselsmesse“ ist der Titel dieses Werkes und besagtes Intro ruft die Hörer zu eben dieser Messe.

„Asinum Chorum“, so der Name des ersten Titels, ist ein reines Instrumentalstück, welches vor allem durch die typischen Sounds von Dudelsäcken und Schalmaien zu überzeugen weiß. Das Schlagwerk liefert den passenden Rhythmus dazu, sodass sich dieses Stück hervorragend eignet, um in mittelalterlicher Gewandung angemessen zu eskalieren.

„Der Eselskönig“ klingt recht düster und aggressiv, was unter anderem an der unverwechselbaren und extrem rauen Stimme des Sängers „Teufel“ liegt. Dieser performt den Text absolut passend zur Musik, die im Refrain ein wenig fröhlicher und fast ein bisschen nach einem Sauflied klingt. „Der Eselskönig“ hat ein ziemlich hohes Livepotenzial und könnte dementsprechend auf einem Konzert richtig gut abgehen.

„Rhoslese“ klingt extrem authentisch. Insbesondere der Beginn, der von hellen Flöten gestaltet wird, versetzt einen im Kopf sofort in die richtige Zeit, um den Rest des Stückes, bei dem sich diverse andere Instrumente hinzugesellen, zu genießen.
Abermals ist es das umfangreiche Schlagwerk von Tanzwut, welches – bei der richtigen Lautstärke – einen bleibenden Eindruck auf den Trommelfellen und in der Magengegend hinterlässt.

Tanzwut (Copyright: Tanzwut)

Tanzwut (Copyright: Tanzwut)

„Unsere Nacht“ ist ein wundervolles Duett, bei welchem fast alles zu stimmen scheint. Lediglich die Stimme der Duettsängerin harmoniert nicht zu 100% mit jener von Teufel. Dieser Eindruck entsteht vor allem, weil sie sich in verschiedensten Passagen dieses Songs die Tonleiter in einem zu großen Spektrum hoch- und wieder herunterarbeitet. In den dunkleren Tönen klingt sie jedoch wirklich gut.
Musikalisch gibt es an „Unsere Nacht“ kaum etwas auszusetzen. Die Band spielt sehr schleppend, was hervorragend zum Aufbau des Songs passt. Gegen Ende wird diese Nummer immer schneller, sodass auch für Freunde von dynamischeren Stücken etwas geboten wird.

„Orientis Partibus“ läuft eher gemächlich ab und wird nur sporadisch durch Gesang unterbrochen, so kann man sich voll und ganz auf die Musik konzentrieren, die – wie es bei Tanzwut üblich ist – extrem professionell klingt. Sämtliche Instrumente harmonieren perfekt miteinander und sind stimmig arrangiert. Im letzten Drittel gibt es zudem ein spannendes Zwischenspiel, welches den Song gelungen durchbricht.

Den Abschluss bildet die balladeske Nummer „Zieh mit mir“. Diese überzeugt nicht nur durch die verträumte Struktur, sondern vor allem durch das in den Vordergrund gerückte Schlagwerk, welches abermals Fans des kreativen Getrommels frohlocken lässt.

„Eselsmesse“ ist ein weiteres durchaus gelungenes Mittelalteralbum von Tanzwut, welches jedoch streckenweise ein wenig eintönig wirkt, da die Titel eine sehr ähnliche Geschwindigkeit haben. Dafür sind jedoch alle enthaltenen Songs sehr gut inszeniert und in sich abwechslungsreich. Das Verhältnis zwischen Stücken mit Text und reinen instrumentalen Werken ist ausgewogen.

Video

Tracklist

01 Intro
02 Asinum Chorum
03 Der Eselskönig feat. Entr’act
04 Saturnalia
05 Lux Hodie
06 Rhoslese
07 Unsere Nacht feat. Jule Bauer
08 Siria
09 Gregis Pastor Tityrus
10 Par Deus
11 Orientis Partibus
12 Briesel Occultum
13 Zieh mit mir

Details

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Label: AFM Records
Vö-Termin: 06.06.2014
Spielzeit: 45:19

Copyright Cover: AFM Records



Über den Autor

Stefan †
Stefan †
Die Lücke, die Stefan als Magazinmitbegründer, Administrator, Redakteur und Freund durch seinen plötzlichen und viel zu frühen Tod im Dezember 2014 hinterlässt, bleibt groß. Er wird immer in unseren Herzen und ein Teil des DeepGround Magazines bleiben.