Review

Damit mal wieder ein wenig frische Kultur ins Heim einkehrt, gibt sich das ehemalige MONO-Mitglied Takaakira Goto, kurz „Taka“, mit seinem Debüt „Classical Punk And Echoes Under The Beauty“ die Ehre.
Anders als der rockige Ansatz der Band verfolgt Taka hier eine mehr Klassik orientierte Schiene. Zwar erklingen die Saiten der Gitarren immer noch, bieten aber überwiegend die Basis für die Streich- und Tasteninstrumente.

Die Einflüsse auf „Classical Punk And Echoes Under The Beauty“ greifen überwiegend auf das Gefühl eines Soundtracks zurück. Bereits mit MONO konnte Taka in dieser Richtung bei verschiedenen Filmen und mit Produzenten mitwirken. Auf der Platte wird sich für die atmosphärische Musik viel Zeit genommen. Dem Teil „Classical Punk“ wird man hier nur teilweise gerecht. Es ist zwar so, dass sich Riffs und Drums unter das Arrangement des klassischen Sounds mischen, diese sich aber deutlich am Rock orientieren.

Taka setzt mit seiner Platte auf eine Menge melancholischen Raum zum Erkunden. Jedem Liebhaber von Geigen und Celli wird hier das Herz aufgehen. Im weitesten Sinne trifft man wie bei „Silence Of Eden“ auf eine eingängige Melodie, die mit dem sanften Herunterdrücken der Klaviertasten zusätzlich verfeinert wird. Dennoch verzweigen sich die Klänge der Geigen auch gerne mal und heben sich von der Basis ab. Gut zu hören in Songs wie „Till The Night Comes“ oder „Emptiness Corridor“. Letzter bleibt von den sieben Titeln am besten hängen. Der progressive Ausbau der Melodien auf einem verlangsamten Rhythmus gehört zu seinen Stärken. Gegen Ende hämmert das Schlagzeug und die Gitarren werden entgegen der sauberen Klangmuster verzerrter und verschwommener.

Takaakira "Taka" Goto (Copyright: Takaakira "Taka" Goto)

Takaakira „Taka“ Goto (Copyright: Takaakira „Taka“ Goto)

Man muss dazu sagen, dass „Classical Punk And Echoes Under The Beauty“ kein Album ist, das man sich mal eben zwischendurch anhören kann. Es zielt nicht darauf ab, die Songs besonders catchy oder schnell zugänglich zu machen. Dementsprechend muss man geduldig bleiben und unter Umständen auch weitere Durchgänge in Kauf nehmen. Fakt ist, dass sich diese Platte mehr wie der Soundtrack zu einem Film oder Anime anhört. Man verbindet eine Menge Emotionen mit der Musik und im Kopf entsteht die eigene imaginäre Handlung dazu.

Schwere Kost, aber dennoch ein Ergebnis, das sich hören lassen kann. Qualitativ hoch produziert und auch die Umsetzung der Kompositionen gelingen durchgehend. Allerdings sollte man kein Album „to go“ erwarten, dafür ist es für die Gehörgänge bereits beim ersten Mal einfach zu mächtig. Will man sich aber mit einer Menge Klassik berieseln lassen und kann genug Zeit mitbringen, wird man an der einen oder anderen Stelle durchaus in Takas Musik versinken können.

Trackliste

01 Delicate Madness
02 Isolation
03 Till The Night Comes
04 Muse
05 Silence Of Eden
06 Emptiness Corridor
07 Uka – Tenshi No Ibuki

Details

Takaakira „Taka“ Goto – Homepage
Takaakira „Taka“ Goto – Facebook
Takaakira „Taka“ Goto – Twitter

Label: Pelagic Records
Vö-Termin: 24.04.2015
Spielzeit: 39:40

Copyright Cover: Pelagic Records



Über den Autor

Christopher