Review

Neues Jahr, alte Traditionen

Diese schreibt die Band Syrence auf ihrem im Februar 2019 erscheinenden Debütalbum „Freedom In Fire“ ganz groß, denn ihr der Old School-Ausrichtung frönender Heavy Rock/Metal sprüht vor Retro-Charme.

Mit ihrem Erstling setzt das Quintett jedoch nicht nur auf traditionelle Klänge, sondern auch auf hörbare Professionalität. Um also den Sound früherer Tage zeitgemäß und satt in Szene zu setzen, arbeiteten die Stuttgarter mit niemand Geringeren als Achim Köhler (Dragonforce, Hammerfall) und Ralf Scheepers (Primal Fear) zusammen.

Songkritik

Soundtechnisch und auch handwerklich kann „Freedom In Fire“ entsprechend kritiklos bestehen. Ein wenig anders sieht es mit ihren neuen zwölf Songs aus.

Während mit dem Opener und gleichzeitigen Titeltrack bereits zu Beginn gezeigt wird, wofür die Band musikalisch steht und was diesbezüglich von ihr zu erwarten ist, verliert das Album schon mit der sich anschließenden, teils balladesken Nummer „Living On The Run“ allmählich seine Hörer. Grund dafür: Die Spannung des Songs kann nicht über die gesamte Länge aufrechterhalten werden.

Insgesamt geht der Schwung von „Freedom In Fire“ wiederholt durch die im weiteren Albumverlauf immer wieder anzutreffenden ruhigeren Lieder verloren. Dem vielversprechenden Beginn werden Syrence daher auf der Gesamtlänge von knapp 54 Minuten nicht immer gerecht.

Pluspunkt: Tempo

Stattdessen kristallisiert sich mehr und mehr heraus, dass die Stärken der Band deutlich in den temporeichen Titeln liegen. Auch wenn sich dabei teils ein Track wie „Your War“ den Vorgängern eher unspektakulär anschließt und es darüber hinaus versäumt, Mitgröl-Parts sowie Hook-Potenzial derart auszuschöpfen, dass beim Hörer eine entsprechende Wirkung erzielt wird, punkten diese mehr als ihre ruhigen Mitstreiter. Das zeigt sich auch anhand des Songs „Symphony“. Für Fans des Scorpions-Materials aus den 90er Jahren zwar hervorragend geeignet, können die balladesken Momente kein Gefühl transportieren und lassen den Titel zunehmend langweilig erscheinen.

Ein Lichtblick und Highlight auf „Freedom In Fire“ ist wiederum „Addicted“ durch seine mitreißende, eingängige Melodie, die zügige Spielart und den genretypischen Gesang.

Fazit

Syrence (Copyright: Ralf Grömminger)

Leider bieten Syrence zu wenig von derlei Songmaterial. Gefühlt herrschen ruhige Phasen auf „Freedom In Fire“ vor, die zudem beim Hören zeitweise Langeweile aufkommen lassen. Es finden sich außerdem zu wenig herausragende Ideen in den Songs oder solche, die nicht richtig zünden. Indes ziehen sich vereinzelte Songparts in die Länge, dass sie beinahe die Belanglosigkeit schrammen. Die Spielzeiten der Lieder hätten somit besser genutzt werden können.

Alles in allem hält sich daher der Anreiz, das Album mehrmals hören zu wollen, ohne einzelne Titel skippen zu müssen, in Grenzen.

Video

Tracklist

01 Freedom In Fire
02 Living On The Run
03 Your War
04 Fozzys Song
05 Addicted
06 Symphony
07 From Ashes To The Sky
08 Evil Force
09 Red Gold
10 Wild Time
11 Kings Of Speed
12 Seven Oaks

Details

Syrence – Homepage
Syrence – Facebook

Label: Fastball Music / Soulfood
Vö-Termin: 08.02.2019
Spielzeit: 54:01

Copyright Cover: Fastball Music



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde