Review

Symphony X sind nach vier Jahren wieder zurück. „Underworld“ heißt das neue Werk der Prog-Metal Götter aus New Jersey, die seit 1995 aktiv sind und uns mit einem Mix aus Rock, Metal, Symphonic und viel Progressivität beglücken.

Im ersten Moment kommt dem Hörer der Symphonic-Zug etwas entprogressiviziert vor. Dafür erhalten wir deutlich klarere Songstrukturen, die zudem auch noch etwas poppiger um die Ecke kommen. Das holt vielleicht noch mehr Hörer ab?

Grundlegend erinnern mich die Songs aber eher an Dream Theater mit einem stärkeren Drang zum Extremen. Die gewisse Note Power Metal ist gerade im Titeltrack „Underworld“ zu hören, weshalb auch ein Stück weit DragonForce durchkommt. „Underworld“ gilt zudem als Anspieltipp; es ist eines der besten Stücke auf dem gleichnamigen Album.

Immer gut kommen die catchy Riffs zusammen mit ordentlichen Gitarrensoli, denn das muss man sagen: Symphony X sind grandiose Musiker. Ähnlich wie bei Dream Theater klingt es oftmals nach einem großen Chaos, welches aber einfach nur herrlich in euer hoffentlich bärtiges Gesicht hämmert. Und wenn ihr keinen Bart tragen könnt, dann immerhin lange Haare. Die eignen sich gerade in den Metal Passagen dazu, den Kopf mal kreisen zu lassen.

Wenn man den Sound der Platte mit den Vorgängern vergleicht, dann fällt auf, dass Songs auf „Paradise Lost“ oder „Iconoclast“ deutlich metallischer klingen. Das ist ohne Wertung zu sehen. Jedoch verhärtet sich mein Verdacht, dass „Underworld“ deutlich softer wird. Ähnelt „Paradise Lost“ noch einem fiesen „Dark Souls“-Soundtrack, so könnte ich „Underworld“ auch ohne Probleme meiner Mutter vorspielen. Das ist schade, denn Symphony X hatten für mich auch immer eine gewisse Härte, die leider etwas verloren geht.

Symphony X (Copyright: Symphony X)

Symphony X (Copyright: Symphony X)

Natürlich gibt es hier auch Ausnahmen. „Kiss Of Fire“ geht beispielsweise voll auf die Zwölf und macht deutlich, was Symphony X eigentlich verkörpern. Mystische Klänge im derben Gewand.

Der Kreis schließt sich mit der Produktion. Die ist schon recht metallisch, aber dennoch etwas smoother, vielleicht auch etwas entschärfter und poliert. Das Schlagzeug fett, der Gesang sauber und das Keyboard hallt sich durch die Tracks. Die Gitarren haben nicht mehr diesen leichten Rauch im Sound, sondern wirken abgeflacht. Dem Ton tut das keinen Abbruch, nur dem Spirit.

Fazit: Symphony X zeigen uns auch 2015, dass sie nichts an Stärke eingebüßt haben. Für Fans ein Muss. Allen anderen empfehle ich Probe zu hören und sich dann zu entscheiden, denn vielleicht kommt dabei schon das böse Erwachen.

Video

Trackliste

01 Overture
02 Nevermore
03 Underworld
04 Without You
05 Kiss Of Fire
06 Charon
07 Hell And Back
08 In My Darkest Hour
09 Run With The Devil
10 Swansong
11 Legend

Details

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Label: Nuclear Blast Records
Vö-Termin: 24.07.2015
Spielzeit: 63:58

Copyright Cover: Nuclear Blast Records



Über den Autor

Marcus
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