Review

Old School Hardrock ist die Stilrichtung, der sich die Band Sweet Pain verschrieben hat. Nach langjähriger Pause bleibt sie ihr auch 2016 auf dem aktuellen Album „Thieves Of Rock“ noch treu, doch es scheint, als schiene die Zeit bei Sweet Pain stillgestanden zu haben, denn auch wenn die insgesamt 14 Songs soundtechnisch ganz druckvoll aus den Boxen schallen, liegt die Betonung hier eindeutig auf der Bezeichnung „Old School“.

Würden die Titel in den 90ern und früher somit durchaus gut funktionieren, erscheinen sie gegenwärtig nicht gerade wie eine Innovation der Stilistik. Entsprechend stößt der Hörer auf aufgewärmte Zutaten des Genres, die dadurch an Geschmack und Frische eingebüßt haben. Neben bewährten und wenig überraschenden Riffs integrieren Sweet Pain sogar bereits bekannte Gitarrenläufe in ihre Titel. Dies tun sie immerhin so geschickt, dass es – passend zu ihren teils selbstironischen Texten – beinahe wie eine gelungene Parodie wirkt.

Sich selbst kopiert man dann noch mit den Bonustracks „Louder Than Laut“ und „Here Comes The Summer“, die als 2015er Version abermals einen Platz auf einen Sweet Pain-Silberling gefunden haben. Für Fans sicherlich ein nettes Gimmick, das einen direkten Vergleich zu vergangenen musikalischen Schandtaten der Band ermöglicht, ist auch diesen Zugaben ein gewisser parodistischer Touch nicht abzusprechen. Ein Umstand, der vermutlich weder beabsichtigt war noch dazu beiträgt, „Thieves Of Rock“ als ernst zu nehmendes Album wahrzunehmen.

Sweet Pain (Copyright: Perspektive.31)

Sweet Pain (Copyright: Perspektive.31)

Dominiert dadurch wenigstens der Spaß auf dem Album? Gewissermaßen ja, zumindest ist Sweet Pain ihre Spielfreude nicht abzusprechen und einige Titel auf „Thieves Of Rock“ können durchaus musikalisch sowie textlich unterhalten. Auf der Gesamtspielzeit von knapp 55 Minuten wird das musikalische Geschehen trotz aller Unterhaltungsfaktoren jedoch schnell eintönig. So wird nach den ersten Titeln klar: Hier ist mit Überraschungen nicht zu rechnen und auch an Songs, die mehr als ein Mitwippen garantieren oder langfristig im Ohr bleiben, mangelt es zu sehr.

Fans des Genres mit Vorliebe für old schoolige Attitüden werden in „Thieves Of Rock“ ein solides Album vorfinden, das verlässlich das bietet, was man zur damaligen Zeit erwartet hätte. Jene, die heutzutage von ihrem Lieblingsstil aber mehr als nur bewährte Kost erwarten, werden mit Sweet Pains neuem Rundling sicherlich nicht glücklich werden.

Video

Tracklist

01 (We’re Gonna) Fight
02 10.000 Devils
03 Thieves Of Rock
04 Fire And Gasoline
05 Last Band Standing
06 Blackout (TV Junkie)
07 Hitchhikin‘ 2 Hell
08 Lost In America
09 Practical Man
10 Guitar Hero
11 Back In Business
12 Pills That Kill
13 Louder Than Laut (2015 Version; Bonustrack)
14 Here Comes The Summer (2015 Version; Bonustrack)

Details

Sweet Pain – Homepage
Sweet Pain – Facebook

Label: Artist Station / Soulfood
Vö-Termin: 23.09.2016
Spielzeit: 54:50

Copyright Cover: Artist Station



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde