Review

Ein wenig verspätet, aber immerhin kommt es jetzt. Das neu erschienene Album „Svin“ von der gleichnamigen Band aus Dänemark ist ihre bereits dritte Veröffentlichung, direkt nach „Secretly We Are Gay“. Verschworen haben sich die vier Jungs dem experimentellen Free Jazz. Es gibt also keinen Gesang, dafür aber eine Menge Drums, Saiten und Saxofon.

Man kann daher davon ausgehen, dass hier wieder Musik geboten wird, die nicht für jede Ohren gemacht wurde. Aber das soll ja nichts heißen, immerhin muss nur die Umsetzung stimmen. Diese gelingt auch mit dem ersten Song „Maharaja“ recht ordentlich. Leicht orientalische Klänge hallen einem entgegen und das Saxofon steuert seinen atmosphärischen Teil bei.

Und auch „Arktis“ macht einen guten Eindruck. Der musikalisch einseitige Aufbau zu den rollenden Drums hat schon etwas Bedrohliches.

Schwieriger wird es allerdings bei „Alt“. Während die dezenten melodischen Töne sich gut anhören lassen, kann man es dieses Mal nicht von dem Blasinstrument sagen. Durchgehend wird eine anhaltende Note gespielt, die auf Dauer wirklich anstrengend wird. Zwar gesellt sich noch eine andere Spur dazu, aber auch die wirkt so, als würde sie zwanghaft herausgedrückt werden.

Etwas frischer kommt dann „Fuck John“ daher. Das Saxofon hat hierbei seinen durchgedrehten Auftritt und es hört sich alles auch mehr nach Free Jazz an. Die stampfenden Rhythmen gegen Ende des Songs runden das Ganze dann noch einmal gut ab.

Svin (Copyright: Nick Hune)

Svin (Copyright: Nick Hune)

Den Schluss bilden „Satan“ und „Fede Piger“. Bei einem Titel wie „Satan“ habe ich mir eigentlich mehr erhofft, als den immer gleich dröhnenden Sound der Blasinstrumente. Dieser Titel ist ein einziger Loop, egal an welche Stelle man vorspult, ändern tut sich fast gar nichts. „Fede Piger“ hingegen nutzt zwar auch wieder die Eingängigkeit, wirft aber noch ein paar ruhigere Riffs darüber. Interessant wird es erst zum Schluss, mit Schlagzeug und ein wenig grooviger Atmosphäre.

Das Problem an „Svin“ ist, dass man als Hörer irgendwo nachvollziehen kann, was die Band versucht hat, zu erreichen, es aber an der Ausführung hapert. Die schrillen Töne des Saxofons fließen nicht annähernd so gut in den Rest über wie sie es auf Svins Debüt „Heimat“ getan haben. Und so verschwindet der Großteil der Songs in einem großen Durcheinander aus Geräuschen, das scheinbar nirgendwo hinzuführen scheint. Wenn man über die schwächeren Tracks hinwegsehen kann, hat man noch ein paar durchaus annehmbare, aber viel bleibt leider nicht übrig. Wer es dennoch extrem mag, kann gerne mal reinhören.

Video

Trackliste

01 Maharaja
02 Arktis
03 Alt
04 Fuck John
05 Satan
06 Fede Piger

Details

Svin – Homepage
Svin – Facebook

Label: PonyRec
Vö-Termin 03.04.2015
Spielzeit: 28:10

Copyright Cover: PonyRec



Über den Autor

Christopher