Review

Im Jahr 2000 schrieben Suicide Commando mit ihrem Album „Mindstrip“ in der Szene Musikgeschichte. In den Clubs kam man um Tracks wie „Dein Herz, meine Gier“, „Cry For Mother“ oder „Hellraiser“ nicht herum. Eine neue Art des Electroclubsounds war geboren – und hat bis heute Bestand.

Das 20-jährige Bestehen des „Mindstrip“-Albums wiederum nahmen sich Suicide Commando nun zum Anlass, sich erneut den Songs des legendären Werkes zu widmen. Johan van Roy führt dieses Vorhaben wie folgt aus:

Das Originalalbum wurde auf einem alten Atari-Computer geschrieben, und die meisten Gesangspartien wurden zum Teil live aufgenommen […] zuerst wollte ich diese alten Aufnahmen nur neu mastern, aber als ich anfing, die alten Cubase-Dateien auf meinen heutigen Computer zu übertragen, begann ich mehr und mehr, die Songs neu zu schreiben, und am Ende hatten die meisten Songs einen völlig anderen Turnout.

Das Ergebnis seiner Arbeit hört auf den Namen „Mindstrip Redux“ und ist sowohl als Doppelalbum als auch als Doppel-Vinyl erhältlich.

CD 01 & CD 02

Modernisierte Klangwelten werden hörbar. Die Beats präsentieren sich ausgereifter, ohne die ursprünglichen Versionen zu verfälschen. Auch der Gesang spiegelt die Urversion wider.

Viele der Songs gehen nach wie vor sofort vom Ohr ins Bein. Die stärkeren Beats und die altbewährten Melodien machen die Mehrheit der Titel – wie schon vor 20 Jahren – zu Clubgiganten.

Melodisch und einmal mehr in die Trickkiste der elektronischen Klänge greifend, kommt beispielsweise auch „Love Breeds Suicide (Endzeit 2020)“ beim Hörer an.

Erwähnenswert ist außerdem der Song „Raise Your God“. Beats, Melodie und Gesang bilden seit jeher eine tolle Harmonie, sodass Suicide Commando zeigen, dass „Hellelectro“ auch harmonisch an die Hörer transportiert werden kann.

Suicide Commando (Copyright: Suicide Commando)

Während dann noch mit dem Song Comatose Delusion (Overdose Shot Two)“ eine Überdosis an Old School-Industrial serviert wird, stellt „Run“ eine eher unterschätzte Suicide Commando-Hymne dar. Denn Melodie und Beats sind durchaus clubtauglich. Der Wunsch, sich zu bewegen, macht sich breit, was den Track nicht zuletzt zu einem weiteren Highlight macht.

Den Abschluss beider CDs bildet „Slaves (ober the System)“. Schade, dass es dieser Track bislang nicht wirklich in die Clubs geschafft hat. Vielleicht bekommt er durch seine neue Version auch eine neue Chance.

Fazit

Suicide Commando lassen einen Meilenstein neu aufblühen. Und so kann (nicht nur die Fangemeinde) mit „Mindstrip Redux“ in nostalgische Stimmung verfallen. Jeder Track wurde modernisiert, ohne das ursprüngliche Hauptgerüst zu zerstören. Das zeigt einmal mehr die Qualitäten, die Suicide Commando seit mehreren Jahrzehnten an den Tag legen.

Video

Tracklist

CD 01:
01 Jesus wept (resurrect v.2020)
02 Hellraiser (post mortem)
03 Body count proceed (final count)
04 Raise your god (2020 bigotry)
05 Mindstripper (re-stripped)
06 Run (sabotaged)
07 Comatose delusion (overdose v3.0)
08 Blood in face (first aid mix)
09 Love breeds suicide (endzeit 2020)
10 Slaves (ober the system)

CD 02: 
01 Jesus wept
02 Hellraiser (psychopath 01 version)
03 Body count proceed
04 Raise your god
05 Mindstripper
06 Run
07 Comatose delusion (overdose shot two)
08 Blood in face
09 Love breeds suicide
10 Slaves

Details

Suicide Commando – Homepage | Suicide Commando – Facebook

Label: Out of Line Music
Vö-Termin: 25.09.2020
Spielzeit: 49:34 + 50:08

Copyright Cover: Out of Line Music



Über den Autor

Jasmin
Musik ist Balsam für meine Seele