Review

Subconscious – auf Deutsch: das Unterbewusstsein. Die Jungs der gleichnamigen und 1990 gegründeten Band spielen mit ihrem eigenen Bandnamen auf ihrer neuen Scheibe „Veil“. Mit progressiven Death/Thrash Metal versuchen Subconscious, euer Herz zu erobern. Die Stuttgarter können ziemlich ordentlich auffahren und beweisen, dass man auch mit deutlich mehr Jahren auf dem Buckel noch abliefern kann.

Mit „The Descendant Of Spirit And Will“ gelangen wir zu Anfang in Sphären, die schon sehr progressiv klingen. Leider wirkt das eher etwas abgedroschen, kantig und zu sehr nach Versuch, doch dieser Eindruck löst sich ziemlich schnell wieder auf, denn die Thrash-Komponente wird bei Subconscious nicht übertrieben, sondern als kurze und knackige Salven abgefeuert. Die Nummer groovt los und bleibt traditionell, anstatt gleich auf die Prog-Schiene zu gehen. Ein solider Einstieg, der Spaß macht auf mehr.

„A Choice Of Dilemma“ ist ein ziemlich geiler Song, der mit seinem sexy „James Bond“-Jazz-Vibe voll aus dem Ruder läuft, aber zeigt, dass die Band auch anders kann. Davon hätte es gerne mehr geben können.
Der Beginn bleibt instrumental und bricht ein wenig aus, aber nicht zu stark. Danach geht es mit guten Riffs und ordentlich Drive in die Thrash-Richtung.

An dieser Stelle sei die Leistung des Drummers Konrad Ponto erwähnt. Seine Bassarbeit ist klasse, die Spielereien zwischen verschiedenen Parts oder seinen Grooves brennen sich ins Ohr und bereichern die Tracks.

Ab und an verirren sich Metallica-Parts auf die Scheibe; der Anfang von „Thoughts Per Minute“ hätte gut ein paar Jahre zuvor spielen können.
Beim Titeltrack hört man ganz klar Meshuggah heraus. Diese Anleihen werden allerdings nicht plump dahingerotzt, sondern fügen sich super in die sonst gelungenen Songstrukturen ein.

Immer wieder fällt der Sound ziemlich gut ins Gewicht. Auf „Veil“ hat man von alt bis neu alles vertreten. So kommen gerade der melodische sowie moderne Metal nicht zu knapp.
Die Produktion ist ausgewogen, sodass jedes Instrument seinen verdienten Platz findet und auch gehört wird. Dennoch drückt die Platte so, wie sie muss.

Subconscious ( Copyright: Gallery Records )

Subconscious (Copyright: Subconscious)

Wer eher auf Death Metal steht, sollte sich „Deathwish“ zu Gemüte führen. Viel Doublebass und fiesere Riffs. Der Song ist hart und gut konstruiert, doch über die gesamte Länge fällt ein negatives Kriterium auf. Die Stimme geht einem nach fünf Tracks etwas auf die Nerven. Sie ist nicht schlecht oder schwach, sondern einfach irgendwann unangenehm, anzuhören. Dafür erinnert sie stark an The Arcane Order und bringt somit vielleicht etwas Melodic Death auf die Scheibe.

Fazit: Subconscious werfen mit „Veil“ ein wirklich ordentliches Prog/Thrash Album auf den Markt. Innerhalb der zehn Songs wird man keinen Track finden, den man skippen möchte, denn jeder Song klingt anders und weckt das Interesse des Hörers. Allein das Konzept von „Veil“ ist klasse und lässt die Platte das eine oder andere Mal mehr durchlaufen.
Fans von modernen Klängen sollten hier definitiv zugreifen und eine Truppe aus Deutschland unterstützen, denn ab und an hilft es mal, im eigenen Land nach guten Bands zu forschen. Hier habt ihr eine, bei der – bis auf die Stimme – so ziemlich alles passt.

Video

Trackliste

01 The Descendant Of Spirit And Will
02 A Choice Of Dilemma
03 Thoughts Per Minute
04 Veil
05 Deathwish
06 The Analyst
07 Dilnto The Unknown
08 The Path Of The Unskilled
09 Collapse Into Despair
10 Unveiled ( Bonus Track )

Details

Subconscious – Homepage
Subconscious – Facebook

Label: Gallery Records / Indigo
Vö-Termin: 22.05.2015
Spielzeit: 49:07

Copyright Cover: Gallery Records



Über den Autor

Marcus
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