Review

Beim Eurovision Songcontest sahnen schwedische Beiträge regelmäßig ordentlich ab, doch auch davon abgesehen und über Genregrenzen hinaus kann das Land als wahre Hit-Fabrik gelten. Diesbezüglich macht auch die Band State of Salazar keine Ausnahme.

Das Quintett, welches sich dem AOR und Arena Rock verschrieben hat, damit in die Fußstapfen ihrer deutlich auf dem Album „All The Way“ heraushörbaren Vorbilder wie beispielsweise Toto, Queen, Europe oder Journey tritt, beweist ein Händchen für eingängige Melodien und mehr als solides Songwriting.

Während die Songs „Adrian“ und „I Believe In You“ schon als Bonustracks auf ihrer EP „Lost My Way“ von 2012 zu hören waren, halten State of Salazar mit zehn weiteren Titeln ganz neuen musikalischen Stoff für ihre Hörer parat.

Dabei leitet „I Believe In You“ den Silberling jedoch schon sehr gelungen ein. Sind die Strophen noch sehr reduziert, legt man im Refrain mit Backingvocals und Eingängigkeit richtig los, sodass sich der Track binnen kurzer Zeit in das Hirn der Melodic Rock Hörer fräst. So hart, wie sich diese Formulierung nun aber anhört, fällt der Song nicht aus. Vielmehr bleibt man im seichten Rock-Bereich und versetzt „I Believe In You“ kleine Akzente durch das Gitarrenspiel und variablen Backgroundgesang. Der Wechsel in eine höhere Tonlage gegen Ende ist ein beliebtes Mittel, um auch am Schluss des Liedes noch einmal für etwas Pepp zu sorgen – und der Plan geht auf.

„Field Of Dreams“ überzeugt ebenfalls durch bewährte Hooks, da der Track aber nach einer Spielzeit von kompakten 3:53 Minuten ausgefadet wird, wirkt er beim ersten Hören eher unvollständig. Weil State of Salazar in allen Titeln auf den Punkt spielen und ihre Songs überlegt und gezielt arrangieren, ist die Wahl des Ausfadens zunächst gewöhnungsbedürftig, sicherlich aber auch eine Geschmackssache.

Eine gefühlvolle Liebeserklärung machen State of Salazar mit der Ballade „Love Of My Life“, die durch eine gewisse von Queen bekannte musikalische Dramatik und zum Vorschein kommenden Pop-Anleihen ein Lichtermeer aus Feuerzeugen vor dem geistigen Auge erscheinen lässt. Große musikalische Gesten, große Emotionen!

State of Salazar (Copyright: Nicklas Raab)

State of Salazar (Copyright: Nicklas Raab)

Es ist schon Meckern auf hohem Niveau, wenn man im Falle von „All The Way“ davon spricht, dass nicht alle Songs gleich stark ausgefallen sind, denn die Band aus Schweden hat ihr Potenzial schon sehr gut ausgeschöpft und lässt äußerst wenig Platz für Luft nach oben.
Und auch wenn „All The Way“ mit jedem Ton an die guten alten melodischen Rock-Zeiten erinnert, fallen die Interpretationen dieses Genres von State of Salazar dynamisch und soundtechnisch modern aus.
Vorrangig werden mit dem Album auf alle Fälle Fans des AOR auf ihre Kosten kommen, doch auch diejenigen, welche auf melodischen, seichten, unaufgeregten und dennoch energetischen Rock stehen, der sich an alten Größen orientiert, sollten ein Ohr riskieren.

Video

Tracklist

01 I Believe In You
02 Fields Of Dreams
03 All The Way
04 Love Of My Life
05 Eat Your Heart Out
06 Time To Say Goodbye
07 Marie
08 Let Me Love
09 Catastrophe
10 Always
11 Adrian
12 End Of Time

Details

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Label: Frontiers Records
Vö-Termin: 22.08.2014
Spielzeit: 46:55

Copyright Cover: Frontiers Records



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde