Review

Nach ihrem 2019er Output „Kinder der Sehnsucht“ veröffentlichen Stahlmann mit „Quarz“ ihr neues und inzwischen siebtes Studioalbum.

Laut ihres Labels AFM Records soll dies das „bis dato abwechslungsreichste und ausgereifteste Werk der Band“ sein. Hören wir mal rein!

Die Tracks

Der Opener „Wollust“ wird schon mal mit fetten Gitarrenriffs eingeleitet. Die Drums geben den Takt gnadenlos vor und treiben die restlichen Instrumente vorwärts. Auch die Synthesizer tragen einen wesentlichen Teil zum Sound bei, der sich fast schon geradlinig durch den Song zieht. Melodische Ausschläge nach oben oder unten gibt es kaum. Dies macht den Track jedoch extrem eingängig. Durch das mehrfache Wiederholen des Wortes „Wollust“ im Refrain bleibt der Text zudem gut im Gedächtnis.

Einprägsam ist auch der Song „Sünder“; dies vor allem durch seine Gitarrenloops. Doch auch das Schlagzeug ist durch den gesamten Song hindurch sehr prägnant. Kurz vor der dritten Minute gibt es einen kurzen Klavierpart und im Anschluss eine Art Breakdown, bei dem das Tempo gefühlt verlangsamt wird. Bereits jetzt wird klar, wie eingängig doch die Songs von Stahlmann sind.

Mit unheilvollen Klängen und einem kurzen Chorgesangspart wird „Krähen der Nacht“ eingeleitet. Das Intro ist allerdings sehr kurzgehalten. Auffallend ist hier die Synthesizer-Melodie im Refrain, während man bei der Bridge aufgrund der extrem gelungenen Instrumentierung Gänsehaut bekommt.

Serviert das Intro von „Gottmaschine“ zunächst fast schon sanft anmutende Klänge, wird man schon nach ein paar Sekunden eines Besseren belehrt. Stampfende, marschierende Beats treiben die Hörer:innen in Richtung Strophe. Dabei wird man unweigerlich vom Takt mitgezogen. Auch das Melodieschema am Ende jeder Zeile brennt sich in den Gehörgang. Obwohl sich der Refrain von den marschartigen Klängen der Strophen deutlich abhebt, wirken diese Übergänge sehr fließend.

Der Track „Sonnenreich“ hat aus rein instrumentaler Sicht das Zeug zum Dance-Song. Der Synthesizer spielt eine große Rolle im Refrain, verzerrte Gitarrenriffs sind in den Strophen und der Bridge vorherrschend. Ein absoluter Ohrwurm schleicht sich da in die Gehörgänge. Wer hier nicht anfängt mit dem Kopf zu nicken und den Takt mit dem Fuß zu tippen, hat nicht richtig hingehört.

In „Gegen den Strom“ versprüht der Synthesizersound zunächst und punktuell 80er Jahre Charme, während man im Refrain dann die volle Ladung NDH-Sound abbekommt. Auch hier kann man zum wiederholten Male sagen, dass der Titel sehr eingängig ist.

Stahlmann (Copyright: Tom „Row“ Jäschke)

Als Dance-Track wurde „Herz und Tränen“ vom Label angepriesen. Und in der Tat ist hier Tanzen angesagt! Geheimnisvoller, sphärischer Synthesizersound schlängelt sich durch das Intro. Diese Melodie zieht sich auch durch die Strophen. Zusätzlich wartet der Track mit einem Sprechpart auf, der nur mit Drums und verzerrtem Elektrosound begleitet wird. Dieser baut noch einmal Spannung auf, um dann erneut im Refrain an Fahrt aufzunehmen und sich endgültig in das Hirn zu brennen.

„Der Sturm“ bildet zum vorigen Track das krasse Gegenteil. Mit Streichern untermalt wird hier eine Ballade mit sinnlicher Liebesgeschichte dargeboten. Dem Sound fehlt es jedoch nicht an Härte. Vor allem die elektronischen Nuancen geben dem Song einen extrem guten Drive.

Nachdem „Tobsucht“ den Hörer:innen harte Gitarrenriffs und Drumschläge, gepaart mit melodischem Synthesizersound um die Ohren fegt, darf man sich zum Abschluss den marschierenden und mitreißenden Track „Willst Du“ zu Gemüte führen. Ein Ende der erotisch-dominanten Art.

Fazit

Die Devise des siebten Albums der Band lautete: „back to the roots“. Die Tracks sind allesamt sehr eingängig, sodass man sich nur schwer auf einen einzigen Lieblingssong festlegen kann. Zum Tanzen wird sich auf jeden Fall der Titel „Herz und Tränen“ hervorragend eignen. Darüber hinaus gibt es hier nichts zu beanstanden; Stahlmann liefern ein Album ab, dessen Songs ausnahmslos Ohrwurmpotenzial besitzen.


Quarz (Digipak)

Video

Tracklist

01 Wollust
02 Sünder
03 Krähen der Nacht
04 Gottmaschine
05 Sonnenreich
06 Gegen den Strom
07 Herz und Tränen
08 Der Sturm
09 Tobsucht
10 Willst Du

Details

Stahlmann – Homepage | Stahlmann – Facebook | Stahlmann – Instagram

Label: AFM Records
Vö-Termin: 10.12.2021
Spielzeit: 33:16

Copyright Cover: AFM Records



Über den Autor

Selina
Carpe Noctem