Review

Seit dem letzten Stahlmann-Album mit dem Titel „Bastard“ sind inzwischen zwei Jahre vergangen. Nun hat die Band ihr neues Werk „Kinder der Sehnsucht“ auf den Markt gebracht.
Passend dazu können die Stahlmänner seit März live auf ihrer Tour ihre aktuelle Scheibe präsentieren.

Was diese zu bieten hat, beschreibt der Infotext zum Album wie folgt:

Stoische Gitarren, kalte Elektronik und brachiale Texte mischen sich gekonnt mit leichtfüßigen Punkrock-und Deutschrock-Elementen. „Kinder der Sehnsucht“ atmet musikalische und textliche Tiefe und steht zugleich für mitreißende Aufbruchstimmung. Es birgt all das, was die härtere deutsche Musikszene ausmacht, in sich.

NDH von einer neuen Seite

Und bereits der Opener „Vom Himmel verloren“ zeigt wieder einmal, dass Stahlmann hier die Neue Deutsche Härte neu erfunden haben. Schöne harte Gitarrenriffs und elektronischer Sound, gepaart mit Marts straightem Gesang machen den Song zu einem Ohrwurm.

Bei „Wahrheit oder Pflicht“ kommt einem zunächst Oomph! in den Sinn. Denn zu Beginn hört man einen gesungenen Kinderreim, der dann aber in den gewohnten Stahlmann-Sound übergeht. Der Beat marschiert streng voran und so ist auch der gesamte Song sehr streng und gradlinig aufgebaut.

Gleich zum Beginn verleitet „Die Besten“, ein Song über die Freundschaft, zum Mitgrölen. In den Strophen wirkt der Titel hart und etwas abgehackt. Im Refrain klingt das Ganze dann eher legato und verleitet mit dem Background-Gesang zum Mitsingen.

Ebenfalls vorantreibend ist „Kinder der Sehnsucht“. Der Titeltrack eignet sich wieder bestens zum Mitsingen, während die instrumentalen Zwischenparts für Abwechslung sorgen.

Dominierender Electrosound

„Schliess Deine Augen“ wird von Elektrobeats und Drums eingeleitet. Harte Gitarrenriffs folgen. Die sich wiederholenden Klangmuster machen den Song sehr eingängig. Nicht zuletzt deshalb besitzt er viel Live-Potenzial.

Mit verzerrtem Gitarrensound und knallenden Drums wird „Regen“ begleitet. Zwischendurch ist eine leise Pianomelodie zu hören. Insgesamt dominieren hier jedoch die harten Riffs der Gitarre und lassen den Sound leicht abgehackt wirken.

In „Sinnlich“ dominieren hingegen zu Beginn die Elektrosounds. Der Titel wirkt hart und – wie der Name bereits verheißt – sinnlich zugleich. Dies vor allem deshalb, da sich der Sound von der Strophe hin zum Refrain an Umfang und Härte steigert.

„Hörst Du wie mein Herz schlägt“ wird von sphärischem Elektrosound eingeleitet. Der Song ist sehr langsam und wirkt vom Text her fast schon etwas schnulzig. In den Strophen ist alles ebenfalls sehr sphärisch und ruhig angelegt. Erst im Refrain kommt dann die E-Gitarre hinzu.

Stahlmann (Copyright: Franz Schepers)

Ebenfalls ein eher trauriger Song ist „Mein Leben fällt“. In den Strophen dominieren Elektro-Beats, die an ein Herzschlag erinnern. In den Refrains kommen dann die übrigen Instrumente dazu, welche aber eher zurückhaltend und gedämpft aufspielen.

„Wenn Du gehst (feat. Blue May Rose)“ wird von einem Piano eingeleitet und mit Elektrosound untermalt. Mart’s Gesang wirkt zusammen mit der weiblichen Gesangsstimme fast schon lieblich.

„Die Besten (AMIworx Remix)“ läuft schließlich außer der Reihe, da es sich um einen stark elektrolastigen Remix handelt. Dieser passt nicht wirklich zum Rest des Albums.

Fazit

Alles in allem ist das Album sehr gut gelungen. Man merkt, dass Stahlmann sich weiterentwickelt haben. Allerdings ist das Album doch sehr elektrolastig geworden, was nicht jedem Fan gefallen wird.

Video

Tracklist

01 Vom Himmel verloren
02 Wahrheit oder Pflicht
03 Die Besten
04 Mein Leben fällt
05 Kinder der Sehnsucht
06 Schliess Deine Augen
07 Hörst Du wie mein Herz schlägt
08 Regen
09 Wenn Du gehst (feat. Blue May Rose)
10 Sinnlich
11 Die Besten (AMIworx Remix)

Details

Stahlmann – Homepage
Stahlmann – Facebook

Label: AFM Records
Vö-Termin: 22.03.2019
Spielzeit: 42:17

Copyright Cover: AFM Records



Über den Autor

Selina
Selina
Carpe Noctem