Review

Mit der EP „Generator“ lieferte die Band SoulImage einen vielversprechenden Vorgeschmack auf das nun erschienene Album „The Whole Universe“ und schraubte die Erwartungen daran im Vorfeld bereits sehr hoch.
An Masse übertrumpft der Silberling mit seinen 13 Tracks – von denen sich nur zwei Songs („Generator“ und „Fall In Love Again“) auch auf der EP befinden – den kompakten Appetizer schon einmal und sowohl nach dem ersten als auch nach diversen weiteren Hördurchgängen ist klar: „The Whole Universe“ ist ein Must-have für alle Synthpop Fans, die auch eine solide Rocknote nicht verschmähen.

Genau diese stilistische Richtung schlagen SoulImage hier nämlich abermals ein und können das Interesse der Hörer über die gesamte Albumlänge aufrechterhalten. Ursache dafür ist neben der unumstrittenen Eingängigkeit eines jeden Titels und die damit einhergehende Hit-Dichte zudem der Abwechslungsreichtum von „The Whole Universe“, denn ebenso vielfältig wie jenes gestalten sich auch die Tracks, die mal zum Tanzen, mal zum Rocken und – mit einigen balladesken Momenten – zum Träumen einladen.

Hilfreich ist für alle daraus resultierenden Hörsituationen die Stimme von Robert Eberl, die er stets passend moduliert. Rockigen Passagen wird damit kraftvoll Ausdruck verliehen, Balladen werden mit warmem, gefühlvollem Gesang interpretiert und die Synth-Nuancen kommen ebenfalls durch die zum Genre passende Stimme gut zur Geltung.
Nicht selten wird sich der eine oder andere Hörer dabei erwischen, diesbezüglich Parallelen zu Hardy Fieting von der Band Scream Silence ziehen zu wollen; wenngleich jene Band stilistisch etwas andere Wege beschreitet und SoulImage auch produktionstechnisch noch hörbar einige Schritte voraus ist, wirkt der Gesang von Eberl ähnlich intensiv, ausdrucksstark und charakteristisch wie Fietings. Ein Kompliment, das für sich sprechen sollte.

SoulImage (Copyright: SoulImage)

SoulImage (Copyright: SoulImage)

Soundtechnisch hätte das Album hingegen stellenweise ein wenig mehr Druck vertragen können; insbesondere die Gitarren und die Drums, welche kurzzeitig und phasenweise leider unweigerlich Assoziationen zu einem Die Flippers-„Drumset“ hervorrufen, könnten mit noch mehr Klangpower die rockige Seite der Band verstärkt untermauern. Die „hellere“ elektronische Ebene der Titel überzeugt indes durch ihren in sich stimmigen Sound und einige Synth-Effekte weisen darüber hinaus innovative und interessante Züge auf. Einzige Ausnahme bildet – dies ist jedoch gleichsam eine Geschmacksfrage – das Arrangement des Abschlusssongs „Forever“, der nach treibenden Phasen in repetitive gewollte Störgeräusche mündet, die einen schleppenden Songpart folgen lassen. Erstmals könnte man an dieser Stelle die Lautstärke des ansonsten mitreißenden Albums ein wenig herunterdrehen wollen.

„The Whole Universe“ geht davon abgesehen in Gänze umgehend ins Ohr, setzt sich dort fest und wird auch nach mehrmaliger Rotation nicht langweilig. SoulImage haben ein Händchen für starke Melodien und zeigen, dass Synthpop fern einer belanglosen Berieselung stattfinden kann. Der Ohrwurmcharakter der Titel sorgt dafür, dass die Wartezeit auf ein Folgewerk hervorragend mit „The Whole Universe“ überbrückt werden kann und ebenso wie die nicht abnehmen wollende Begeisterung für die Tracks wird man als Fan dieser Musikrichtung auch die Band im Auge behalten wollen, von der noch Großes erwartet werden kann.

Video

Tracklist

01 Never Enough
02 Follow Me
03 Angel Heart
04 Generator (Album Version)
05 Raining Blood
06 Heaven Above
07 Fall In Love Again
08 Isolation
09 Can You Feel Me
10 The Whole Universe
11 My Machine
12 Change The World
13 Forever

Details

SoulImage – Homepage
SoulImage – Facebook

Label: Echozone / Bob-Media
Vö-Termin: 20.05.2016
Spielzeit: 60:40

Copyright Cover: Echozone



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde