Review

Der beste tiefe Sinn ist immer noch der, den sich der Hörer selbst denken muss. Genau dafür lassen Sorority Noise mit dem Titel „You’re Not As ____ As You Think“ ihres dritten Albums Platz und dem Hörer somit die freie Wahl, diese Leerstelle zu füllen.

Viel hat sich an dem Gerüst aus Indie-Rock/Punk und Emo-Rock nicht geändert. Stets zeigt sich die Band bemüht, ihre Fans bei Laune zu halten. In Form von griffigen Riffs und ansprechenden Arrangements geben die zehn Songs für eine gute halbe Stunde ordentlich was auf die Ohren.

Doch bereits zu Beginn möchte man dieses Album als ein generisches Stück Pop-Punk abstempeln. Vor allem Neuankömmlinge werden mit den ersten Songs nicht wirklich etwas Neues erleben. Sorority Noise klammern sich an vermeintlich gute Laune schaffende Rhythmen und gestalten ihren Sound sehr poppig – vielleicht sogar einen Tick zu poppig.

Hier und da flammt im Hintergrund Geschrei auf. Dieses Element gibt der Musik jedoch nicht allzu viel und wurde dementsprechend auch im Rahmen gehalten.

Genau ab der Hälfte platzt allerdings urplötzlich der Knoten. „Disappeared“ lebt von seinen Lyrics und obwohl sich an der eigentlichen Herangehensweise nicht viel geändert hat, bieten Sorority Noise dennoch eine ausgewogene Mixtur aus Indie-Versen und explodierenden Punk-Überleitungen.

Sorority Noise (Copyright: Pat Nolan)

Sorority Noise (Copyright: Pat Nolan)

Textlich stark zeigt man sich auch in „Leave The Fan On“, welcher den Hörer zwischen Depression und Hoffnung hin und her schwanken lässt, bevor ihn die Gitarren zum Schluss einer kompletten Katharsis unterziehen; wenn nicht dieser Song, dann tut es spätestens das Schlusslicht „New Room“.

Auf einmal bieten die Jungs also einfach so viel mehr. Die Riffs glänzen durch Varianten, die direkt ins Ohr gehen, und allgemein beginnt die Chemie zwischen den Stilen zu passen. Stellenweise erinnert „You’re Not As ____ As You Think“ an den alten Sound der Band Bayside – immer ein wenig wehleidig, aber nie so stark, dass es die Unterhaltung vermiest.

Vielleicht büßen Sorority Noise am Anfang etwas Potenzial ein, kommen aber danach so aus sich raus, dass der Hörer einen viel stärkeren Bezug zum Sound bekommt. „You’re Not As ____ As You Think“ schafft es also doch noch, „großartig“ zu sein.

Video

Trackliste

01 No Halo
02 A Portrait Of
03 First Letter From St. Sean
04 A Better Sun
05 Disappeared
06 Car
07 Where Are You
08 Second Letter From St. Julie
09 Leave The Fan On
10 New Room

Details

Sorority Noise – Homepage
Sorority Noise – Facebook

Label: Big Scary Monsters
Vö-Termin 17.03.2017
Spielzeit: 30:40

Copyright Cover: Big Scary Monsters



Über den Autor

Christopher