Review

Eine Band mit dem Namen Sons of Ragnar und ein Album mit dem Titel „Lindisfarne“ – da kann nur eine gehörige Portion Viking Metal auf die Hörer zurollen.
Dies ist hier auch der Fall, und so untypisch das Herkunftsland der fünfköpfigen Wikinger-Horde erscheinen mag, so abwegig ist es geschichtlich betrachtet gar nicht: Die Herren stammen aus Amerika, und dass man dort soliden Viking Metal hervorbringen kann, beweisen Sons of Ragnar anhand von zehn Songs.

Mit dem Titel „Saviour“ betritt man die Welt der Nordmänner und landet umgehend im englischen Kloster Lindisfarne, das im Jahre 739 von Wikingern überfallen wurde. Die Wikingerzeit begann und Sons of Ragnar lassen uns daran teilhaben, indem sie in bewährter gutturaler Manier davon „erzählen“. Angenehm verständlich fallen die dunklen Growls aus. In „Mead!“ gesellen sich außerdem Backing-„shouts“ hinzu, insgesamt hätte dem Album „Lindisfarne“ jedoch auch die eine oder andere Klargesangpassage gutgetan, um der Eintönigkeit und dem Mangel an gesanglicher Abwechslung entgegenzuwirken und das gesamte musikalische Geschehen ein wenig aufzulockern.

Ebenfalls hätte die Produktion angesichts der fetten Gitarren und Drums etwas druckvoller, also weniger dünn ausfallen können. So fehlt den oftmals starken Songs noch der gewisse Wumms, um auch den letzten Hörer vom Hocker zu reißen.

Sons of Ragnar (Copyright: Sons of Ragnar)

Sons of Ragnar (Copyright: Sons of Ragnar)

Das Potenzial dafür ist jedoch vorhanden. Die Gitarrenläufe sind häufig markant und melodisch, sodass man diesbezüglich auch in Soli – wie beispielsweise in „Horns and Haloes“ zu hören – überzeugen kann.
Die dort ebenfalls anzutreffenden Tempowechsel lassen den Song sehr dynamisch erscheinen.

Sons of Ragnar liefern also nicht bloß rohes Geknüppel und Gegrowle ab, sie versehen ihre Songs auch mit angenehmen Melodien. Trotzdem bleibt nach dem Hören des Albums „Lindisfarne“ nicht viel hängen. Mehr epische Momente und hymnenhafte Songstrukturen hätten hier Abhilfe geschaffen.

Nach knapp 45 Minuten ist die Reise in die Welt der Wikinger beendet und es bleibt der Eindruck, dass man noch mehr aus „Lindisfarne“ hätte herausholen können. Viking Metal Fans können Probehören, der Weg, in der Liga der Szenegrößen mitzuspielen, ist für Sons of Ragnar jedoch noch lang.

Tracklist

01 Saviour
02 The Vultures Are Watching
03 Ascend To Valhalla
04 Mead!
05 Horns And Haloes
06 Sound Of The Setting Sun
07 Until The End
08 Targoviste
09 The Serpents Sermon
10 Vikingr

Details

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Label: Danse Macabre Records
Vö-Termin: 13.03.2015
Spielzeit: 45:01

Copyright Cover: Danse Macabre Records



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde