Review

Intro? Firlefanz! So oder ähnlich müssen Sonic Syndicate gedacht haben, als sie über ihr neues, nach der Band benanntes Album nachgedacht haben.
Zwar existiert beim Opener „Day oft the Dead“ tatsächlich eine kleine Einleitung, diese ist aber derart kurz, dass sie die Bezeichnung „Intro“ nicht verdient. Vielmehr gibt es nahezu direkt eine ordentliche Trommelfellmassage, die binnen weniger Sekunden dazu führt, dass man den Lautstärkeregler intuitiv bis zum Anschlag aufdreht, denn diese Musik muss laut gehört werden.

Ist dieser Task erledigt, wird man von Sonic Syndicate mit melodischem Death Metal par excellence belohnt, denn diese Band versteht es wie kaum eine zweite, harte Passagen mit unglaublichem Gegrowle und melodische Momente mit Klargesangparts zu kombinieren, ohne dabei gleich wie Linkin Park zu klingen. Mehr davon!

Insgesamt ziemlich schnell und somit eine Belastung für die Nackenmuskulatur ist das folgende „Black Hole Halo“.
Diese Nummer trennt Growl- und Klargesangsequenzen nicht so deutlich wie der vorige Titel, was vor allem daran liegt, dass Letztere auch ziemlich gebrüllt werden. Dennoch hat auch „Black Hole Halo“ durchaus melodische Momente, obwohl es natürlich zum größten Teil knallhart aus den Boxen rumort. In der zweiten Hälfte gibt es im Übrigen ein durchaus hörbares Intermezzo, welches hervorragend integriert ist.

„Before You finally break“ startet mit krasser Drumarbeit. Freunde gekonnt gequälter Felle kommen also auf jeden Fall schon mal auf ihre Kosten. Schneller als man sich versieht, wird man zudem mit dem Refrain konfrontiert, der derart zügig ins Ohr geht, dass man diesen schon beim zweiten Durchlauf mitgrölen kann.
„Before You finally break“ ist eine absolut edle Nummer, die auch nach diversen Durchläufen noch amtlich Spaß macht. Und das wohlgemerkt, obwohl hier die melodischen und wohlklingenden Momente klar dominieren. Sonic Syndicate zeigen zudem sehr schön, dass man auch mit vielen kreativen Zwischenstücken immer noch einen in sich stimmigen Song produzieren kann. Definitiv eines der Highlights auf dieser Platte.

Sonic Syndicate (Foto: Linda Åkerberg)

Sonic Syndicate (Foto: Linda Åkerberg)

„See what I see“ findet wieder in einer irrsinnigen Geschwindigkeit statt und wird zunächst von brachialer Härte dominiert. Umso krasser ist der Schnitt zu den Momenten, in denen man die Lyrics problemlos verstehen kann. Dieser üble Break wird aber gekonnt umgesetzt, sodass es auch an diesem Titel nichts zu meckern gibt.

„The Flame that changed the World“ ist dann auch schon der letzte Titel des Albums. Und man denkt unwillkürlich: Schade – und ein Wunder, dass sich der eine Typ beim Growlen nicht übergeben muss, das kommt doch von so tief unten; ist das krass.
Die Lösung für die erste Assoziation stellt die Repeattaste dar. Zu den Nebenwirkungen des intensiven Growlens kann hingegen nur die Band selbst etwas sagen.
Davon abgesehen ist „The Flame that changed the World“ musikalisch recht strukturiert und wohlklingend, kann aber trotzdem einiges. Ein gelungener Ausstieg aus diesem Album.

Sonic Syndicate sind ein Phänomen. Selbst Menschen, die nicht viel mit extremerem Metal anfangen konnten, mochten diese Band auf Anhieb, wenn ich sie ihnen vorgespielt habe, da die immer wieder auftauchenden melodischen Aspekte der Songs bei den Hörern im Kopf blieben. Dennoch sind Sonic Syndicate nicht weichgespült, sondern knallen amtlich aus den Boxen.

Abschließend bleibt wohl nur noch festzuhalten, dass Sonic Syndicate mit der nach ihnen benannten Platte eine der Must-have Scheiben dieses Sommers an den Start gebracht haben.

Video

Tracklist

01 Day Of The Dead
02 Black Hole Halo
03 Long Road Home
04 My Revenge
05 Before You Finally Break
06 Catching Fire
07 Unbreakable
08 It Takes Me
09 See What I See
10 So Addicted
11 The Flame That Changed The World

Details

Sonic Syndicate – Homepage
Sonic Syndicate – Facebook
Sonic Syndicate – Twitter

Label: Nuclear Blast
Vö-Termin: 04.07.2014
Spielzeit: 48:00

Copyright Cover: Nuclear Blast



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde