Review

Wenn einem Musik mit aller Gewalt ins Gesicht fliegt, kann es sich dabei um die neue Platte „Waste“ von Sofy Major handeln. Für die neun Songs geben sich hauptsächlich die krachende Gewalt und die ohrenbetäubende Art des Noise Rock die Ehre.

Im Kern könnte man meinen, dass sich die Jungs ein wenig vom Hardcore der alten Schule bewahrt haben, während zur gleichen Zeit groovige Riffs über straightes Drumming rollen, welche auch mal das eine oder andere Muster aufweisen können. Schmutzig legt sich der klappernde Bass über das Ganze und sorgt so für die solide Basis der Tracks.

Dann treten Sofy Major mit „Slow Everywhere“ buchstäblich auf die Bremse. Allerdings treten sie nicht von der Hymnen-Hook runter, dessen Prinzip sich eigentlich so gut wie durch ganz „Waste“ zieht. Prädestiniert dazu der kraftvolle Gesang bzw. das Gebrüll. Leicht rauchig, ein wenig kratzig, aber auf jeden Fall mit der gewissen Durchschlagskraft.

Und sogar auch für saubere Vocals äußerst geeignet, allerdings darf man diese nur im Les Thugs Cover „As Happy As“ bestaunen. Wirklich schade, dass man sich nicht auf dem Rest des Albums öfter dazu hinreißen lassen hat. Dadurch geht wirklich eine Menge Potenzial verloren, da sich die Stimme gut in den düsteren Gesamtsound einbringen würde.

Bei Zeiten hätte es sogar „Waste“ noch etwas mehr Frische gegeben, da man so gegen Schluss das Gefühl hat, Sofy Major haben bereits vorher alles gesagt, was sie zu sagen hatten. Nicht, dass die Band es allzu monoton angehen würde. Hier und da wird der Noise-Faktor gut eingesetzt, um den Songs sogar auch mal etwas mehr Melodie zu verleihen.

Sofy Major (Copyright: Sofy Major)

Sofy Major (Copyright: Sofy Major)

Aber zum großen Teil geht es dann doch mit dem Kopf durch die Wand, denn dafür ist man als Hörer schließlich hier. Für schnelle Rhythmen, die zur richtigen Zeit kurz verschnaufen, um dann mit geradlinigem Riffing direkt wieder loszulegen. Dafür halten sich die Titel recht simpel, sodass das Überraschungsmoment umso größer ist, wenn sich der Hardcore-Stil mal aufbricht und etwas Neues in den Sound hineinlässt.

Was gibt es abschließend noch zu sagen, außer dass „Waste“ wirklich ein Monster eines Albums ist; vielleicht nicht unbedingt auf eine innovative, aber auf eine mitreißende Art und Weise.
Zwischen Hardcore, Punk und Noise sollte für jeden etwas dabei sein, mit dem der überschüssigen Energie freien Lauf gelassen werden kann.

Anspieltipps:
We See Fire / Iron Butt / Turning Point / Black And Table / Infinite Pill Case

Video

Trackliste

01 Waste
02 We See Fire
03 Turning Point
04 Slow Everywhere
05 Infinite Pill Case
06 Black And Table
07 Iron Butt
08 Devotion Man
09 As Happy As (Les Thugs Cover)

Details

Sofy Major – Homepage
Sofy Major – Facebook

Label: Solar Flare Records
Vö-Termin: 30.10.2015
Spielzeit: 35:04

Copyright Cover: Solar Flare Records



Über den Autor

Christopher