Review

Selbstbewusst und vom Geist des old schooligen Rock’n’Roll beseelt toben sich Snakewine aus Thüringen auf ihrem Debütalbum „Serpent Kings“ im Bereich des leicht bluesigen, mal southern-lastigen Heavy Rock aus, den sie mittels acht Songs in die Neuzeit adaptieren, ohne dabei auf nostalgischen Charme zu verzichten.

Belebt wird das Album vor allem durch die nicht immer ganz originell wirkende, dafür aber effektive Gitarrenarbeit. Galoppierend grooven sich Snakewine damit durch Songs wie „Brood of vipers“, tragend und schleppend leiten die Sechssaiter „Mean Machine“ ein und verspielt und schnell treiben sie „Double Barreled“ an.
Diese Vorgehensweise wiederholt sich jedoch in den weiteren Songs, sodass der Gesamtkonsum von „Serpent Kings“ diesbezüglich phasenweise ein wenig abwechslungsarm und ähnlich vonstattengeht.

Den Eindruck einer gewissen Monotonie untermauert zudem der Gesang, der solide, aber ohne nennenswerte Variationen durch die Boxen schallt. Zum Genre durchaus passend und mit leicht rau-rotzig rockigem Unterton manövriert sich die Stimme von Sänger Ronny Konietzko durch die Songs.

Jene selbst wirken durch die meist vorherrschende Lässigkeit sehr kurzweilig. So schütteln Snakewine scheinbar ganz locker ihre Tracks aus dem Ärmel. Ein Vor- und Nachteil zugleich, denn während alle Titel ausnahmslos umgehend zum Mitgrooven einladen, sind sie nach dem Hören ziemlich schnell wieder vergessen. Die im Pressetext angekündigte Nachhaltigkeit sucht man somit vergebens. Nichtsdestotrotz sorgen Snakewine jedoch für eine knapp 30-minütige authentische Unterhaltung, die mit der hier verfolgten Spielart durchaus umzugehen weiß.

Snakewine (Copyright: Snakewine)

Snakewine (Copyright: Snakewine)

Darüber hinaus tun Snakewine gut daran, mit Songs wie beispielsweise „Mean Machine“ oder dem Titeltrack den Reigen an flotten Stücken aufzubrechen. Immer wenn dies passiert, blitzt die Bereitschaft hervor, bei aller gegebenen Genrehomogenität dennoch im Rahmen ihrer stilistischen Grenzen abwechslungsreich zu agieren. Was somit gesanglich und rifftechnisch nur bedingt geschafft wird, gelingt der Band stattdessen mit der Dynamik und Tempovariation eines Songs. Auch „Double Barreled“ sticht (durch die gerade anfangs starke Betonung des Blues und die erstmals deutlichere Modulationen aufweisende Gesangsstimme innerhalb des Tracks) dies betreffend positiv hervor.

Insgesamt empfehlenswert für Fans des gepflegten Hard- und Heavy Rock, denen Snakewines „Serpent Kings“ eine weitere Auswahlmöglichkeit für die eigene Playlist bietet. Hier geht aber definitiv noch mehr!

Tracklist

01 Breathtaker
02 Son of a gun
03 Brood of vipers
04 Mean Machine
05 Serpent Kings
06 Double Barreled
07 The devil you know
08 Shipwrecked

Details

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Label: Phonector Berlin
Vö-Termin: 31.10.2015
Spielzeit: 30:42

Copyright Cover: Phonector



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde