Review

Slegest kommen aus Norwegen. Da ist es fast schon naheliegend, dass sie einen Mix aus Black Metal, Stoner und viel Rock mit Sludge-Einlagen spielen. 2016 kommt ihr zweites Album „Vidsyn“ auf den Markt, mit dem sie ihren Stilmix aus extremen und groovigen Rockeinlagen noch deutlicher festigen wollen.

Der Opener „I fortida sitt lys“ klingt in unseren Ohren zunächst nicht nur komisch, er fängt auch unerwartet mit einer Frauenstimme an. Zu Beginn etwas an Hape Kerkeling erinnernd, mündet der Titel in einer ordentlichen depressiven Groove Rock-Nummer. Viel Metal ist also nicht zu spüren. Zwar kommt der Black Metal-Vibe rüber, nicht zuletzt da Frontmann Stig Ese gesanglich aus dem Black Metal kommt und das Keifen und Grölen durchaus beherrscht, doch schnell oder extrem wird es hier nicht. Die Riffs klingen vielmehr nach kräftigen Kyuss-Tracks inklusive ihrer rohen Ader.

Die wurde auch produktionstechnisch gut in Szene gesetzt, sodass der Sound allgemein schön satt und rotzig wirkt. Gemastert wurde die Platte von Herbrand Larsen (Enslaved), während Kollege Grutle Kjellson von Enslaved in dem Song „Som i eit endelikt“ als Gastmusiker zu hören ist. Zwar ist jener Track ein guter Song, doch von einem Highlight sprechen wir hier trotz Starbesetzung nicht.

Ungefähr nach der ersten Hälfte stellt sich zudem etwas Ermüdung ein, denn die Songs laufen immer gleich ab. Rockiges Riff, etwas härterer Keif-Part, Rock Riff usw.. „Wolf“ ist ein Paradebeispiel für die hier oft zelebrierte Monotonie. Das klingt hart, doch fällt es beim Hören ganz einfach auf. Die Jungs geben sich die größte Mühe und zeigen außerdem, dass sie Lust auf die Musik haben, doch bei den ewig gleichen Riffs wird es einfach nicht angenehmer, die Scheibe durchzuhören. Erschwerend kommt hinzu, dass die Earcatcher fehlen. Damit hört man „Vidsyn“ einfach nur durch, ohne dass etwas hängenbleibt. Das Alleinstellungsmerkmal geht demnach komplett flöten.

Slegest (Copyright: Slegest)

Zu oft hat man schon solche Bands gehört, die weder richtig hart, noch richtig weich sind. Truppen wie Kvelertak machen dies jedoch deutlich geschickter und interessanter. Wirklich positiv fällt bei Slegest aber der Gitarrensound ins Gewicht, denn der ist fräsend und knackig. Gerade in den Rockpassagen wirkt das gut. Wären die gespielten Riffs noch aussagekräftiger, dann hätte hier richtig was daraus werden können.

So bleibt „Vidsyn“ leider nur eine Platte von vielen, die in der Masse untergeht. Slegest zeigen immerhin, dass sie Lust haben und das ist auch gut so. Doch leider kann das Endprodukt nicht überzeugen und so ist nach ein, zwei Durchgängen für den normalen Hörer einfach Schluss.

Video

Trackliste

01 I fortida sitt lys
02 Som i eit endelikt
03 Du
04 Komfortabelt nommen midtvekes
05 Wolf
06 The Reanimator
07 Inn i uvissao
08 Tenn den gamle varde

Details

Slegest – Homepage
Slegest – Facebook

Label: Dark Essence Records / Soulfood
Vö-Termin: 04.11.2016
Spielzeit: 29:50

Copyright Cover: Dark Essence Records / Olia Pishchanska



Über den Autor

Marcus
Marcus