Review

Heavy Metal aus dem Münsterland gibt es von der Band Skyconqueror auf die Ohren. Und das bereits seit 1997.

Mit ihrem aktuellen Album „Under the Pentagram“ und den darauf enthaltenen elf Songs schwimmt das Quartett abermals auf der New Wave of British Heavy Metal, d.h. es geht hier traditionsreich, retro-charmant und in klassischer Besetzung spielend zu.

Legt man den Rundling dann in das Abspielgerät seines Vertrauens ein, fällt neben den recht bassarmen Drums die Dominanz der Gitarre und der bodenständige, kräftige, laute sowie äußerst maskuline Gesang Daniel Hillers auf. Dieser beschert der Band – egal, wie man ihn als Hörer letztlich finden mag, denn voraussichtlich wird er die Geschmäcker über sich streiten lassen – auf alle Fälle Wiedererkennungswert. Darüber hinaus transportiert Hiller die Texte von Skyconqueror gelungen und vor allem inbrünstig an die Hörer.

Dem steht aber auch die Instrumentalfront in nichts nach, denn die Songtexte und die musikalische Interpretation ebendieser gehen Hand in Hand. So markiert scheinbar die Gitarre durch die galoppierende Spielweise den „Horsemen of the Grail“ im gleichnamigen Titel und überträgt den Songinhalt dadurch auch auf die musikalische Ebene.
Zudem wird es mal schleppend („The Dusk“), mal spielen Skyconqueror ordentlich nach vorne. An anderer Stelle intoniert Sänger Hiller gemächlich zu langsam gespielten Akkorden oder begnügt sich sogar mit sampleartigen Sprachgesang wie im Intro zu „The Sanctuary of ’83“. Dieses Vorgehen beschert dem Album die nötige Portion Abwechslung.

Der Spannungsbogen eines Songs wird dabei oft mittels ausgiebiger Instrumentalparts oder Gitarrensoli gehalten.
Rein instrumental können die Jungs auch zu Werke gehen, das zeigen sie mit „Through Different Eyes“. Leider fehlen hier die Highlights, sodass der Titel über seine gesamte Länge von 4:02 Minuten zu eintönig wirkt und dadurch vielleicht als Lückenfüller gewertet werden kann.

Allen weiteren Titeln auf „Under the Pentagram“ ist gemein, dass sie gelungene Melodien vorweisen können.
Nicht nur einmal sind insbesondere den Sechssaitern unterdessen Blues-Einflüsse anzuhören.

Skyconqueror (Copyright: Skyconqueror)

Skyconqueror (Copyright: Skyconqueror)

Im Vergleich zum markanten Gesang und Gitarrenspiel wirkt das eher flache Schlagwerk allerdings ein wenig verloren. Hier hätte man mehr herausholen und die einzelnen Komponenten von Skyconqueror harmonischer aufeinander abstimmen können. Stören wird dies aber die wenigsten, denn zu gefallen wissende Hooks versöhnen die Hörer schnell.

Anders sieht es da schon mit dem Versuch aus, Backingvocals in die Tracks „Bells of Fate“ und „Blade of Black“ einzubringen. Dies geht gründlich schief; zumindest in meinen Ohren sind die hintergründig platzierten gangshoutartigen Gesangszugaben zu kraftlos und leise. Da die Produktion von „Under the Pentagram“ ansonsten solide ausgefallen ist, unterstelle ich der Band diesbezüglich mal Absicht; den Grund dafür kennt jedoch nur Skyconqueror selbst.

Nichtsdestotrotz bleibt „Under the Pentagram“ ein Album mit einigen nennenswerten Songs, die den Hörer mitreißen und in die Zeit des guten alten Heavy Metal entführen. Besonders „Running High“ kann durch seine Eingängigkeit mächtig punkten.

Video

Tracklist

01 Monolith
02 Demon
03 The Sanctuary of ’83
04 Horsemen of the Grail
05 The Dusk
06 Under the Pentagram
07 Fallen Rainbow Warrior
08 Bells of Fate
09 Through Different Eyes
10 Running High
11 Blade of Black

Details

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Label:  Eigenproduktion
Vö-Termin: 09.07.2014
Spielzeit: 47:32

Copyright Cover: Skyconqueror



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde