Review

Skullwinx sind jung, dynamisch und geben sich auf ihrem Album „The Missions Of Heracles“ ganz dem Stile der NWoBHM hin. Ihr Silberling ist nach der 2013er EP „St. George“ sowohl ihr Debüt- als auch ein Konzeptalbum – und wie der Titel schon verrät, widmet man sich den Heldentaten der Antike, genauer gesagt der Herakles-Legende.

Jener hatte gemäß überlieferter Sage „zwölf Aufgaben“ zu bewältigen, um seine Taten, die im Wahnsinn begangenen Morde an Frau Megara und ihren gemeinsamen drei Kindern, zu sühnen. Die Zahl Zwölf ist hier der Schlüssel, und doch finden sich auf Skullwinx Album „The Missions Of Heracles“ nur acht Songs wieder. Das verwundert zunächst ein wenig, doch lassen wir den Inhalt mal beiseite und wenden uns der darauf gebotenen Musik zu.

Skullwinx selbst sprechen bezüglich ihrer Stilausrichtung von „Epic Speed Metal“ mit einer starken 80er Jahre Prägung, unter anderem angelehnt an Größen wie Running Wild.
Aber können die Jungspunde mit ihrem Old School Heavy Metal auch 2015 noch etwas reißen oder kommen sie damit drei Jahrzehnte zu spät? Das ist und bleibt die große Frage, die vor allem jene Hörer positiv beantworten werden, die sich für die musikalischen Ergüsse zu Beginn bzw. Mitte der 80er (immer noch) begeistern.

Wissen sollte man jedoch, dass „Epic“ und „Speed“ über weite Strecken auf „The Missions Of Heracles“ vergeblich gesucht werden.
Sind die Gitarrenläufe in den Strophen noch sehr zügig, kommen die Refrains stets äußerst schleppend daher. Von der Schnelligkeit einer Band wie beispielsweise Stormwarrior sind Skullwinx demnach in der Mehrheit ihrer Tracks – und vor allem durch ihre tragenderen, temporeduzierenden Choruses – weit entfernt.
Auch allzu episch geht es auf „The Missions Of Heracles“ nur dem Titel nach zu. Dies liegt überwiegend daran, dass dem Sound alles in allem noch der Feinschliff fehlt. Zu unausgewogen, zu wenig druckvoll und von einem leichten Democharakter begleitet ertönt das Album aus den Boxen.

Die Erwartungen an Skullwinx – insbesondere aufgrund ihres noch jungen Durchschnittsalters – waren vor dem Konsum des Albums „The Missions Of Heracles“ sehr hoch, vor allem in Sachen Innovation, Kreativität und Mut. Denn wer, wenn nicht eine so unverbrauchte und unvoreingenommene Band wie Skullwinx, könnte dem alteingesessenen Genre neues Leben einhauchen?
Musiker wie Kissin‘ Dynamite zeigten bereits im Bereich des Glam- und Hardrock, wie derartige Erwartungen erfüllt werden können. Anders Skullwinx. Statt ihren eigenen Stil zu entwickeln oder mit Neuem aufzuwarten, konzentriert sich das Quintett stur auf die alten respektive altbewährten Trademarks, belebt dadurch zwar den Geist einer vergangenen Ära gekonnt wieder, reißt damit aber nur bedingt vom Hocker.

Skullwinx (Copyright: Skullwinx)

Skullwinx (Copyright: Skullwinx)

Indem auf ähnliche Songaufbauten (allen voran ein langsamer, verschleppter Refrain) gesetzt wird, Ausbrüche sind lediglich mit den Tracks „The Enemy Hera“ und „Horses Of Diomedes“ zu vernehmen, wirkt „The Missions Of Heracles“ schnell eintönig, vorhersehbar und auf Dauer ein wenig langweilig, da spannende, Highlights setzende Momente ausbleiben.

Doch auch wenn sich das alles zunächst recht negativ anhört, ist „The Missions Of Heracles“ keineswegs schlecht. Es steckt noch viel Potenzial in der Band Skullwinx und dieses werden die Jungs im Laufe der Zeit sicherlich zu nutzen und optimieren wissen. Es gilt daher, ein Auge auf die Band aus Oberbayern zu behalten – besonders für Fans des guten alten Heavy Metal.

Video

Tracklist

01 The Enemy Hera
02 Nemëan Beast
03 Hydra
04 Ceryneian Hind
05 Erymanthian Boar
06 The Stymphalides
07 Horses Of Diomedes
08 Unchain The Hero

Details

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Label: Eigenproduktion / recordJet
Vö-Termin: 28.06.2014
Spielzeit: 33:57

Copyright Cover: Skullwinx



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde