Review

Skinless sind seit den frühen 90ern ein Begriff und mittlerweile fester Bestandteil in der Death Metal Szene rund um Amerika und auf der ganzen Welt. Bekannt für klassischen und straighten Death Metal ohne viel Bling-Bling, gehören sie hier zum festen Inventar. Allerdings zeigt die Erfahrung, dass bei Skinless nicht immer die Regel gilt: „Die sind stets gut, da kannst du jede Veröffentlichung bedenkenlos kaufen.“ Wie dies im Fall vom aktuellen Album „Only The Ruthless Remain“ aussieht, klären wir hier.

Songs wie „Skinless“ oder „The Beat Smells Blood“ bilden inhaltlich den Grundton der Platte.
Mit „Serpenticide“ startet die Band gewohnt mit einem guten Groover durch. Ein kleiner Einspieler am Anfang lässt die Vorfreude hochkochen. Das darauf Folgende ist Death Metal vom Feinsten. Dieser orientiert sich am old school Metal, gerne auch mal mit einer Prise Slam oder Grindcore. Ab der Mitte des Songs walzt die „Planierraupe of Groove“ dem Hörer erneut das Hirn weg.

Eine Kinderkrankheit fällt leider schon jetzt auf. Die Platte ist zwar natürlich produziert, jedoch etwas undurchsichtig. Die Gitarren fräsen und die richtige Menge Rotz ist enthalten. Die teils guten Riffs gehen allerdings im Matsch unter. Gerade die Groovepassagen werden von der schieren Soundwand einfach verschluckt und verfliegen im Äther.

Der selftitled Track „Skinless“ repräsentiert hingegen das Album „Only The Ruthless Remain“. Straight nach vorne, mit vielen kleinen Grooves, die mit Blasts und Doublebass-Gewitter aufgelockert werden. Die Stimme des Frontmanns besteht größtenteils aus Growls und kann sich nur ab und an im Duett mit einem Scream zu etwas Flexibilität hinreißen lassen. Schade, denn auch im schnöden Death Metal wäre Platz für so etwas.

Skinless (Copyright: Shaun MacMahon)

Skinless (Copyright: Shaun MacMahon)

Zweiter großer Dorn im Auge des Hörers sind die teils belanglosen Riffs, die wirklich keinen mehr hinter dem Ofen hervorlocken. Natürlich waren Skinless dafür nie bekannt, nur gehen sie so auch in der Masse unter. Es gibt wirklich genug Bands, die diese Art von slammigen Brutal Death Metal praktizieren. Da könnten doch die alten Hasen mal etwas mehr rausholen oder ist die Luft raus? Immerhin wird hier seit 1992 musiziert.

Geschwindigkeit und der Grad an Brutalität passen wiederum und sind die Aushängeschilder von Skinless. Doch über die gesamte Platte verfolgt einen dieses „das wars jetzt?“-Gefühl. Hier wird man nicht in Staunen versetzt oder aus den Latschen gehauen.

Fazit: Skinless bringen 2015 ein solides Werk auf den Markt. Die Band hat ihren Namen zu Recht und ihre Zeit gab es auch, aber da draußen sind viele Undergroundbands, die deutlich mehr können und weniger Erfolg verbuchen. Fans greifen so oder so zu. Alle anderen lassen die Platte links liegen, denn man verpasst hier nicht annähernd so viel, wie bei einer Folge „Game of Thrones“.

Video

Trackliste

01 Serpenticide
02 Only The Ruthless Remain
03 Skinless
04 Flamethrower
05 The Beast Smells Blood
06 Funeral Curse
07 Barbaric Proclivity

Details

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Label: Relapse Records
Vö-Termin: 29.05.2015
Spielzeit: 35:39

Copyright Cover: Relapse Records / Ken Sarafin



Über den Autor

Marcus
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