Review

The SixxiS aus den USA schicken sich an, die Rockszene mit ihrem Debütalbum „Hollow Shrine“ aufzumischen.
Dass die fünf Musiker wissen, was dafür zu tun ist, begründet sich nicht nur in ihren jeweiligen musikalischen Biografien, die von einem immensen Erfahrungsschatz und Talent zeugen, sondern man hört dies auch dem ersten Full-length Album deutlich an.

Auf insgesamt zehn Songs präsentieren The SixxiS die verschiedensten Spielarten des Rock, angefangen vom Heavy Rock, über Alternative Rock bis hin zu Hard- und Progressive Rock. Erstaunlicherweise klingen die Songs der Band dennoch homogen – und dank einer sauberen Produktion zudem sehr energetisch und zeitlos.

So wird ein mehr als solider Auftakt mit „Dreamers“ geboten, der schon gleich zu Beginn die facettenreiche Gesangsstimme Vladdy Iskhakovs ins Auge bzw. Ohr stechen lässt.
Das Intro und der weitere interessante Songverlauf bauen Spannung auf, die insbesondere durch die polyrhythmischen Passagen des Titels zustande kommen, welche sich mit melodischen Parts abwechseln. Da macht es auch wenig, dass sich am Ende der Refrain in scheinbarer Endlosschleife befindet.

Eine gewisse Melodiestärke, die „Dreamers“ bereits im Chorus aufweisen konnte, zeigt sich auch im Folgesong „Long Ago“.
Die progressive Ausrichtung fällt in diesem Track sehr verhalten aus. Man wagt also keine Experimente, sondern geht den sicheren Weg zum Gefallen jener Hörer, die in der Musik immer auch nach schönen Melodien lechzen, welche im Ohr bleiben. Fans von komplexen und vertrackten Strukturen werden hier daher nur mäßig bedient.

Ebenfalls simpel (im positiven Sinn) ist der Songaufbau von „Home Again“ ausgefallen. Der dadurch fast schon radiotaugliche Titel besitzt darüber hinaus balladeske Züge, die von einem entsprechend warmen Gesang begleitet werden. Dass „Home Again“ zur reinen Ballade verkommt, verhindern The SixxiS allerdings gekonnt durch rockige Gitarrenriffs und wiederkehrende feine Ausbrüche in die energiegeladene Interpretation des Rock. Der Übergang von emotionalen und rockigen Passagen ist fließend und macht Lust, die Repeattaste zu drücken.

„Nowhere Close“ fällt insbesondere durch seine Strophen auf, in denen sich Gesang und Gitarrenspiel in einer Art Dialog befinden, denn immer wieder setzen improvisierte, pointierte Gitarren-Mini-Soli den beendeten Gesangspart fort. Dieses Vorgehen steht dem Song sehr gut und bringt zugleich Abwechslung auf das Album. Stimmlich powert man sich auch in höheren Tonlagen aus, sodass abermals die Bandbreite von Iskhakovs Gesang zum Vorschein kommt.

The SixxiS (Copyright: Keith Hirsch Photography)

The SixxiS (Copyright: Keith Hirsch Photography)

Insgesamt reiht man im Folgenden gefühlvolle, balladeske Titel und oftmals hymnenhafte, rockige abwechslungsreich aneinander, sodass nicht nur für gitarrenlastige Musik, sondern auch für ruhige Momente zum Träumen auf „Hollow Shrine“ gesorgt ist. Selbst Instrumental-Fans werden schließlich noch bedient, denn „Coke Can Steve“ kommt knapp vier Minuten ganz ohne Gesang aus und ohne langweilig zu wirken. Noch dazu leitet der Song gelungen in den folgenden Titel „Opportune Time“ über. Nicht zuletzt an dieser Stelle scheinen die Tracks des Silberlings gut aufeinander abgestimmt zu sein.

The SixxiS wollen also mit „Hollow Shrine“ die Rockszene aufmischen und werden mit ziemlicher Sicherheit auch über dieses Genre hinaus etliche Hörer erreichen. Ein starkes Erstlingswerk von den Amerikanern, die ihr Handwerk definitiv verstehen.

Video

Tracklist

01 Dreamers
02 Long Ago
03 Nowhere Close
04 Home Again
05 Forgotten Son
06 Waste of Time
07 Coke Can Steve
08 Opportune Time
09 Out Alive
10 Weeping Willow Tree

Details

The SixxiS – Homepage
The SixxiS – Facebook
The SixxiS – Twitter

Label: Glassville Music
Vö-Termin: 12.09.2014
Spielzeit: 41:24

Copyright Cover: Glassville Music



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde