Review

Hinter dem Trio Sixx:A.M. verstecken sich die namhaften Musiker Nikki Sixx (ex-Mötley Crüe), Dj Ashba (ex-Guns N‘ Roses) und James Michael, lediglich bewaffnet mit Stimme, Gitarre und Bass, während sich die Drums bandextern hinzugesellen. Doch „verstecken“ ist nicht ganz das Wort, das für die Band und ihr viertes Studioalbum namens „Prayers For The Damned (Vol. 1)“ zutreffend scheint, denn in jedem der insgesamt elf Songs wird mit derlei Energie und Härte agiert, dass sich Sixx:A.M. eindringlich in die Gehörgänge fräsen und lautstark zu Wort melden.

Wer hier also Altherren-Hardrock erwartet, der wird bereits mit dem Opener „Rise“ eines Besseren belehrt. Anfangs mit hohen, schrillen Backingvocals an Queen erinnernd, legt der Titel, der gleichzeitig die erste Single des Albums der Amerikaner darstellt, sofort darauf los, hält einen modernen Sound parat und besticht zwischendurch mit Mitsingparolen, die man sich sehr gut in großen Stadien vorstellen kann.

Schon jetzt wird deutlich, dass Sixx:A.M. auf Eingängigkeit setzen, die umgehend beim Hörer ankommt und die gewünschten Effekte erzielt. Keine Lückenfüller, keine skipwürdigen Titel, „Prayers For The Damned“ brilliert selbst mit seinen balladesken Songs, die Gefühl und druckvolle Power kombinieren und damit letztlich ihre Intensität unterstreichen. Auch auf lange Sicht gesehen bleiben die ähnlichen und doch abwechslungsreichen Titel im Ohr, während jeder neue Hördurchgang puren Spaß bereitet und zugleich die Spielfreude der Band widerspiegelt. Die melodische Seite kokettiert dabei zwar mit einer breiten Masse an potenziellen Hörern, driftet jedoch zu keinem Zeitpunkt in die oft kritisierte Pop- oder Mainstream-Ecke ab.

Sixx:A.M. (Copyright: Dustin Jack)

Sixx:A.M. (Copyright: Dustin Jack)

Neben klassischen, gitarren- und drumbetonten Hardrock-Fundamenten bedienen sich Sixx:A.M. zudem am Glamrock/-metal und setzen durch die Einbindung derartiger Elemente Akzente. Vor allem die mit viel Finesse gespielte Gitarre sorgt dafür, dass „Prayers For The Damned“ eher im Metal- denn im Rock-Sektor anzusiedeln ist. Das zusammengenommen bringt dem Album sehr viel zusätzliche Dynamik ein, ohne sich zu sehr in eine bestimmte Schublade stecken zu lassen.

Der bereits erwähnte moderne Klang des Albums spricht für die hochwertige Produktion, die den Tracks darüber hinaus eine eindrucksvolle Dichte beschert, und die Hörer veranlasst, den Lautstärkeregler Richtung Anschlag zu drehen.

Um es kurz zu machen: Genre-Fans werden am aktuellen Album von Sixx:A.M. nicht vorbeikommen und auch sonst ist jedem Liebhaber von melodischem Rock im satten Soundgewand „Prayers For The Damned“ kritiklos zu empfehlen. „Vol. 2“ kann, nein, muss kommen!

Tracklist

01 Rise
02 You Have Come To The Right Place
03 I’m Sick
04 Prayers For The Damned
05 Better Man
06 Can’t Stop
07 When We Were Gods
08 Belly Of The Beast
09 Everything Went To Hell
10 The Last Time (My Heart Will Ever Hit The Ground)
11 Rise Of The Melancholy Empire

Details

Sixx:A.M. – Homepage
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Sixx:A.M. – Twitter

Label: Eleven Seven Music / Warner ADA
Vö-Termin: 29.04.2016
Spielzeit: ca. 49:00

Copyright Cover: Eleven Seven Music



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde