Review

Simeon Soul Charger veröffentlichen ihr neues Album „A Trick of Light“ und verströmen dabei einen mit Flower Power durchtränkten Hippie-Charme, der musikalisch zum Ausdruck gebracht wird, indem Elemente des Progressive, Psychedelic, Stoner und Blues Rock miteinander in Einklang gebracht werden. Dies geschieht in zehn abwechslungsreichen Tracks, in denen es längere Zeit auch schon mal rein instrumental zugeht.

Doch gerade jene Nummern sind es, die im Vergleich zu denen, die durch den Gesang an Lebendigkeit gewinnen, nicht so sehr überzeugen. Damit ist der größte Kritikpunkt bereits genannt. Simeon Soul Charger können die Stärke der Songs zu Beginn von „A Trick of Light“ nicht bis zum Schluss konstant zeigen. Im Verlauf des Albums geht die Band unkonventioneller vor, legt weniger Wert auf harmonische, Hörer berührende Melodien und gibt sich insgesamt experimentierfreudiger. Das Prog Rock Herz wird dies erfreuen, denn das Quartett zeigt dabei viel handwerkliches Talent und Geschick, gleichzeitig muss man schon eingefleischter Fan der Truppe und dieser Musikrichtung sein, um Zugang zur Mehrheit derart ausgerichteter Tracks zu finden.

Dabei sind gerade die Anfänge auf „A Trick of Light“ sehr ohrenschmeichelnd. Der schöne, oft warme Gesang streichelt die Seele des Zuhörers, die Instrumente tun ihr Übriges, dass sich ein Gefühl des Wohlbehagens einstellt.
Ob „The Prince of Wands (A Trick of Light)“, das groovige „Heavy“ oder das balladeske „Evening Drag“ – mit diesen Tracks legt man ordentlich vor, zieht dann aber nicht überzeugend nach.
Sicher, eine Band, die von Ohio nach Bayern umsiedelt, scheut keine neuen Wagnisse und setzt nicht auf sichere Nummern. Dafür sind Simeon Soul Charger bereits bekannt und dafür lieben ihre Fans sie. Die „Gelegenheitshörer“ erreicht man jedoch eher über die zugänglicheren Tracks, die zudem sehr emotional wirken und nicht der instrumentalen Experimentierfreude zum Opfer fallen.

Simeon Soul Charger (Copyright: Walter Pentenrieder)

Simeon Soul Charger (Copyright: Walter Pentenrieder)

Ihnen entgegen kommt man immerhin durch die einzelnen variierenden Songlängen der Titel. Da sich nicht alle Lieder – wie für Musik mit Prog-Einfluss oftmals typisch – über Minuten hinziehen, in denen allerlei musikalisches Können präsentiert wird, beweisen Simeon Soul Charger, dass sie sich auch kurzfassen können und dennoch einige Highlights vorzuweisen haben.

Und noch eins muss man der Band lassen: Sie beherrschen es, keinen Titel wie den anderen klingen zu lassen. Wider Erwarten ergibt sich daraus jedoch kein buntes musikalisches Allerlei, sondern „A Trick of Light“ ist durchdacht und in sich stimmig.

Logisch, dass Fans 3,5 Sterne für das Album zu wenig finden werden, diese dürfen daher auch gerne einen weiteren addieren. Da die Zielgruppe aber sehr eng gesteckt ist, was verhindert worden wäre, hätten Simeon Soul Charger so weitergemacht, wie auf dem Album begonnen, bleibt für alle anderen Konsumenten eine herzliche Empfehlung zum Kauf mit vorherigem Probehören.

Video

Tracklist

01 The Prince of Wands (A Trick of Light)
02 Heavy
03 Evening Drag
04 How Do You Peel
05 Where Do You Hide
06 Workers Hymn
07 The Illusionist
08 Jane (A Bird in Flight)
09 I Put A Spell on You
10 Floating Castles

Details

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Label: Gentle Art Of Music / Soulfood
Vö-Termin: 30.01.2015
Spielzeit: 50:46

Copyright Cover: Gentle Art Of Music



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde