Review

SilentLie kommen aus Italien und säen nicht nur in ihrer eigentlich sonnigen Heimat musikalische Dunkelheit in die Herzen aller Dark Metal Fans; auch international möchte die Band um Frontfrau Giorgia Sacco Taz mit dem Debütalbum „Layers Of Nothing“ nun vorstellig werden und nach 10-jährigem Bestehen endlich durchstarten. Dass sie allzu bereit dafür sind, beweisen die auf „Layers Of Nothing“ zu findenden zehn Songs.

Das Album trieft vor dichter, dunkler Atmosphäre und professionellem Sound, der von Mika Jussila (u.a. Nightwish, Apocalyptica, Children Of Bodom) in den Finnvox Studios in Helsinki, Finnland, den Feinschliff verpasst bekommen hat.

Die Zutaten für funktionierenden Dark Metal sind scheinbar auch in der Heimat des Quartetts bekannt, und so gibt es vor allem gitarrendominierte Tracks auf die Ohren. Jene werden darüber hinaus bereichert von energetischem Drumming und immer mal wieder auch prägnanten Bassläufen. Der Keyboardeinsatz findet in der Mehrheit der Titel unaufdringlich im Hintergrund statt, sodass „Layers Of Nothing“ nicht Gefahr läuft, im süßlichen Tastenspiel und somit im Kitsch zu ertrinken.

Die musikalische bzw. instrumentale Ebene des Debüts überzeugt, doch getragen werden die Songs vorrangig durch die Gesangsstimme der hier agierenden starken Frontfrau.
Ihre recht dunkle und oft auch rockig-rotzige Stimmfarbe, die man beim ersten Hören vielleicht eher im Genre-Umfeld von Bands wie Guano Apes vermutet, hebt sich angenehm von den üblichen sopran-geschwängerten female fronted Bands ab und beschert SilentLie einen Wiedererkennungswert.
Hin und wieder sind die teils nuschelig bzw. etwas unklar artikuliert wirkenden Vocals von Giorgia Sacco Taz zwar Geschmackssache, insgesamt fügen sich aber auch diese Momente (zu hören u.a. in „Invisible Fall“) in die Gesamtstimmung und Arrangements der Titel ein. Wem dies allerdings zunächst zu gewöhnungsbedürftig erscheint, der sollte sich mehrere Durchgänge des Albums gönnen.

Auch hinsichtlich der zwar melodiestarken, jedoch nicht umgehend Ohrwurmpotenzial erkennen lassenden Tracks ist ein mehrmaliges Hören von „Layers Of Nothing“ sinnvoll, denn was SilentLie zukünftig fokussieren könnten, ist der Blick auf sofort zündende und im Ohr bleibende Titel, der ein wiederholtes Hören ihrer Musik nicht zum Muss werden lässt.

SilentLie (Copyright: SilentLie)

SilentLie (Copyright: SilentLie)

Indem Sängerin Giorgia Sacco Taz über 45 Minuten stimmlich Vollgas gibt, bleiben zudem Emotionen ein wenig auf der Strecke. Die können auch melodische Gitarrenläufe oder ein verzücktes Keyboardspiel nicht im Alleingang erzeugen. Wer auf eine finnisch-melancholische Prägung des Dark Metals von SilentLie hofft, wird daher eines Besseren belehrt. Gleichzeitig spricht diese gesangliche Energie für reichlich Live-Potenzial der Titel und es ist ja auch erfrischend, einmal eine Band zu erleben, die – und das sogar trotz finnischer Unterstützung in Sachen Mastering – anders vorgeht, als erwartet und dem Genre ihre eigene Handschrift verpasst.

Zu empfehlen ist „Layers Of Nothing“ daher allen, die sich für Dark Metal begeistern können und neugierig auf neue Bands dieses Stils sind. Hier schlummert noch weitaus mehr Potenzial als das Debüt von SilentLie preisgibt.

Teaser

Tracklist

01 Unbreakable
02 Invisible Fall
03 Layers Of Nothing
04 Slave
05 My Scream Is Silence
06 The Worst Enemy
07 Change
08 We Are Wolves
09 Anger
10 Dark Nights

Details

SilentLie – Facebook
SilentLie – Twitter

Label: Bakerteam Records
Vö-Termin: 14.04.2015
Spielzeit:

Copyright Cover: Bakerteam Records



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde