Review

Nach ihrer EP „Opacities“ bringt die Band SikTh mit „The Future In Whose Eyes?“ eine neue Platte auf den Markt und startet noch einmal zu einer Zeit durch, in der Bands wie TesseracT oder Destrage voll angekommen sind und ähnliche Stile verfolgen.

Jeder Song auf „The Future In Whose Eyes?“ folgt einem ähnlichen Konstrukt, basierend auf der „Sickness“, die SkiTh versprühen. Das Songwriting ist zeitgleich undurchsichtig und perfekt. Damals Mathcore, heute krank – und dennoch geradlinig.

Ein Titel wie „The Aura“ beginnt ziemlich spacig und könnte auch auf einer Yes-Platte gefunden werden. Dazwischen gesellt sich ganz gerne ein immenser Brecher wie „Cracks Of Light“, der stark djentig daherkommt, aber kurz darauf (weil jazzig und etwas TesseracT-artig) recht frei in seiner Interpretation wird.

Die Truppe harmoniert unfassbar gut zusammen, dass es eine Freude ist, ihnen zuzuhören.
Wo Periphery hier und da etwas zu verspielt sind, bringen SikTh die richtige (bereits erwähnte) Menge „Sickness“ rein. Allein der Gesang ist so unangenehm, dass der Hörer einfach weiterklicken will, doch hat man sich eingehört, wird man dermaßen belohnt, dass es einen umhaut.
Wichtig dabei: Die Platte am Stück hören! Während die Tracks einzeln weniger gut wirken, ist „The Future In Whose Eyes?“ als gesamtes Album genossen eine echte Wucht.

Das spiegelt auch die Produktion wider. Die tighten Drums und straighten Gitarren werden gut miteinander in Einklang gebracht und der kraftvolle Bass holt noch einmal richtig was raus.
Nummern wie „Golden Cufflinks“ bringen mit ihrem sehr rockigen Charme zwar etwas Nickelback’sche Stadion-Atmosphäre mit sich, aber genau das funktioniert hier richtig gut. Durch gekonnte technische Einsätze (wie in diesem Fall das interessante Schlagzeug) erzielen die Songs ihre jeweils ganz spezielle Wirkung.

SikTh (Copyright: SikTh)

Wer hingegen voll in die Periphery-Richtung gehen will, ist mit „Riddlers Of Humanity“ gut bedient. Es warten derbe Grooves, viel Aggressivität und eine Spur Nu Metal à la System of a Down auf die Hörer. Gesanglich hält man sich hier an keine Vorgaben oder daran, was gerade „in“ ist. Somit besitzt ihr Stil einen hohen Wiedererkennungswert.

Wer hätte gedacht, dass die Briten mit so einem Konglomerat an guten Ideen eine Scheibe mit Charakter kreieren können? Das hätte man eher von Bands aus Amerika erwartet. Umso erfreulicher, dass SikTh die Hörer eines Besseren belehren.

Und so reißen SikTh mit „The Future In Whose Eyes?“ einfach alles ab – mit krassen Grooves, perfidem Gesang und einem Songwriting, das sich gewaschen hat. Ihr hypnotischer Progressive Metal/Rock muss gehört werden, auch wenn die meisten dafür etwas Zeit benötigen werden. Es lohnt sich!

Video

Trackliste

01 Vivid
02 Century Of The Narcissist?
03 The Aura
04 This Ship Has Sailed
05 Weavers Of Woe
06 Cracks Of Light
07 Golden Cufflinks
08 The Moon’s Been Gone For Hours
09 Riddles Of Humanity
10 No Wishbones
11 Ride The Illusion
12 When It Rains

Details

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Label: Millennium / Edel
Vö-Termin: 02.06.2017
Spielzeit: 37:27

Copyright Cover: Millennium



Über den Autor

Marcus