Review

Let’s Just Bullshit Our Way Through“ – ein gewagter Titel, mit dem das Soloprojekt Sheik Anorak Gefahr läuft, dass der Hörer diesen direkt mit der Musik, einem experimentellen, teilweise improvisierten Sound mit einer leichten Pop-Rock Note, in Verbindung bringt. Aber wo „Bullshit“ draufsteht, muss ja nicht zwangsläufig auch „Bullshit“ drin sein, oder?

Der Song „Speaking Voice“, der das Album einläutet, gibt bereits eine grobe Zusammenfassung dessen, was die Hörer im Laufe der nächsten Minuten erwarten wird. Sheik Anorak macht viel Gebrauch seiner Gitarren und Drums. Er beschränkt seine Musik geradezu darauf. Dabei sind die Riffs und Rhythmen gar nicht mal so unspektakulär wie sie zunächst klingen. Sie gestalten sich sogar äußerst ansprechend.

Doch hier kommt schon eines der größten Probleme von „Let’s Just Bullshit Our Way Through“ zum Vorschein. Die ersten drei Songs werden von einem repetitiven Charakter geprägt; so als würden die Melodien ständig im Loop laufen. Es gibt kaum Höhepunkte oder auffallende Stellen, die einen der insgesamt sieben Titel so richtig zum Zünden bringen.

Eine der wenigen Ausnahmen bildet „Liar“, der mal mit einer anderen Struktur glänzen kann. Die Riffs sind dynamisch und überhaupt kommt hier viel mehr das Pop-Element zum Tragen, welches Sheik Anorak in seine Songs unterzubringen versucht. Gegen Ende swingt „Liar“ sogar richtig, sodass man doch noch Hoffnungen in die zweite Hälfte des Albums steckt.

Sheik Anorak (Copyright: Hazam Modoff)

Sheik Anorak (Copyright: Hazam Modoff)

Mit dem letzten Song „Upp Med Armarna“ wird es noch eine Spur experimenteller, da der Rhythmus etwas abgehakter, aber nicht weniger interessant klingt. Das Spiel auf der Gitarre bedient sich allerdings oft simpler Elemente und Tonleitern. Doch obwohl man keine innovative Technik erwarten darf, ergeben sich immerhin stellenweise ganz nett anzuhörende Arrangements.

Solide gibt sich Sheik Anorak zudem als Sänger; er ist nicht besonders auffällig, aber auch nicht besonders schlecht. Dennoch passt sich seine Stimme dem leicht zugänglichen Stil an, den er hier pflegt.

Rückblickend betrachtet gibt einem „Let’s Bullshit Our Way Through“ weder etwas Neues noch etwas Bleibendes. Die Produktion ist an sich ganz gut und man muss sich nicht stundenlang in die Platte einhören. Allerdings fehlt es hier auf lange Sicht gesehen deutlich an Abwechslung oder an der einen oder anderen innovativen Idee.
Nett für zwischendurch oder um im Hintergrund zu dudeln, aber für mehr reicht es dann leider doch nicht.

Video

Trackliste

01 Speaking Voice
02 From A to Z
03 S. Barigool
04 So Long
05 Liar
06 Call It Off
07 Upp Med Armarna

Details

Sheik Anorak – Homepage
Sheik Anorak – Facebook

Label: Atypeek Music
Vö-Termin: 06.02.2016
Spielzeit: 29:40

Copyright Cover: Atypeek Music



Über den Autor

Christopher