Review

Quantität und Qualität – Seven Impale präsentieren sich auf ihrer zweiten Platte „Contrapasso“ nicht nur musikalisch von ihrer besten Seite, sondern haben sogar noch Material mitgebracht, das eine ganze Stunde ausfüllt.
Stilistisch folgen sie ihrem Debüt „City Of The Sun“; bedeutet, dass progressiver Rock mit allem vermischt wird, was den Jungs in die Instrumente fällt.

Tatsächlich kann man hier keineswegs von einem eintönigen Album sprechen, da Seven Impale nie wirklich auf einer einzigen Welle reiten wollen. Die Norweger liegen vielmehr Wert darauf, sich in die offenen Fluten der Musik zu stürzen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass sich verschiedene Stile, u.a auch Jazz, auf „Contrapasso“ wiederfinden.

Doch die Band stoppt auch bei kitschigen Synthies nicht, die in verschiedenen Titeln anzutreffen sind; makellos in den Kontext verbaut und somit weniger kontraproduktiv, als man zunächst annehmen würde.
Sogar der Einsatz des Saxophons wirkt hier nicht wie ein eingeworfenes Element aus dem Free Jazz, sondern trägt immer seinen Teil zur Melodie bei.

Wenn sich Seven Impale dann aber auch mal auf einen Metal- oder Rock-Sound einigen können, dann werden keine halben Sachen gemacht. Soll es also nach vorne gehen, dann tut es das auch. Dabei werden besonders jene Hörer auf ihre Kosten kommen, die Wert auf catchige, aber dennoch aggressive Riffs legen.

Auch die gesangliche Seite von „Contrapasso“ kann auf ganzer Linie überzeugen. Obwohl das Ganze immer etwas exzentrisch klingt, kann man dem Organ nicht abreden, dass es äußerst ansprechend auf die Ohren wirkt. Der leichte Hang zur opernartigen Präsentation macht diese Passagen noch unterhaltsamer. Man sollte dennoch nicht denken, dass dieses Element nicht auch mal ins Gegenteil umschwenken kann.

Seven Impale (Copyright: Seven Impale)

Seven Impale (Copyright: Seven Impale)

Seven Impale wissen durchaus, was sie tun; vor allem deswegen, weil sie sich bewusst sind, dass sie es auch können. Qualitativ kann man an diesem Album kaum etwas aussetzen, außer dass es manchmal vielleicht ein wenig zu ausschweifend klingt.
Doch so abstrakt „Contrapasso“ auch klingt, man verliert sich in dem Werk. Es gibt Einlagen, in denen Seven Impale deutlich über die Stränge schlagen, und Momente, in denen sie ihre Hörer wieder auf den Boden zurückholen.

Nicht nur eine Platte für Fans mit progressiven Geschmacksrichtungen.

Trackliste

01 Lemma
02 Heresy
03 Intertia
04 Languor
05 Ascension
06 Convulsion
07 Helix
09 Serpentstone
10 Phoenix

Details

Seven Impale – Facebook

Label: Karisma Records
Vö-Termin: 16.09.2016
Spielzeit: 67:29

Copyright Cover: Karisma Records



Über den Autor

Christopher