Review

Screaming Eagles, zuhause beim Label Off Yer Rocka und damit in guter Gesellschaft von Genrekollegen The Quireboys oder Bonafide, packen auch auf ihrem zweiten Album „Stand Up And Be Counted“ den Blues bei den imaginären Hörnern und schleifen ihn mal dominant, mal beiläufig durch ihre zehn neuen Songs.

Oldschool behafteter, aber zugleich modern klingender Rock ’n‘ Roll ist das Ergebnis, das die Band um Sänger Chris Fry damit zum Besten gibt und insbesondere für Fans von AC/DC und Co. interessant sein dürfte. Gleichzeitig bewegen sich Screaming Eagles aus ihren enggesteckten Genregrenzen jedoch nicht heraus, sodass alle, die mit bluesgetränkten Classic Rock/Rock ’n‘ Roll nichts anzufangen wissen, auch gleich an dieser Stelle das Lesen des Reviews abbrechen können. Jene aber, die sich der Stimmung einer verrauchten Bikerkneipe mit Südstaaten-Flair nicht entziehen können, schnappen sich die neue Platte der Nordiren, die dem Hörer damit knackig in den Allerwertesten treten.

Kompromisslos gibt es schon mit dem Opener „Ready For The Fall“ die volle Breitseite an Atmosphäre und Gitarren. Es wird bereits jetzt deutlich, dass die Produktion derart ausgefallen ist, um den Sound sauber und druckvoll aus den Boxen krachen zu lassen. Unweigerlich versetzen einen „Ready For The Fall“ sowie der Folgetrack „Save Me“ in Bewegung, denn sowohl die Instrumentalfront als auch der Gesang reißen mit.

Chris Fry singt, ja, schreit schon fast, als ob es um sein Leben ginge, und kommt mit seiner recht hellen, aber dennoch rauen Stimmfarbe solide gegen die tonangebende Gitarre und das eher im Hintergrund platzierte Schlagzeug solide an. Immer wieder, so zum Beispiel in „Bow Down To The Blues“, sticht auch der Bass passenderweise hervor, der zur Dichte des Songs beiträgt.

Screaming Eagles (Copyright: Neil Keery)

Screaming Eagles (Copyright: Neil Keery)

Auf Variationen, indem Screaming Eagles beispielsweise mal die Instrumentierung zurücknehmen, um den Gesang prominenter zu platzieren, stößt der Hörer ebenso wie auf raffinierte Gitarrensoli und zahlreiche Rhythmus- und Melodiewechsel, die den jeweiligen Song aber zu keinem Zeitpunkt aus seinem geschnürten Korsett reißen.

„Stand Up And Be Counted“ birgt dabei zwar das eine oder andere bekanntere Gitarrenriff, auch wollen sich einige Tracks trotz vorhandenem Potenzial nicht wirklich zu einer Rock-Hymne entwickeln, davon abgesehen ist Screaming Eagles jedoch ein Album geglückt, das die sleazy-chillige mit der rotzigen Seite des Rock gekonnt verbindet.

Genrefreunde, bereit machen für die geballte Power Rock ’n‘ Roll! Dass die Mannen aus Belfast hierauf richtig Bock haben, hört man dem Silberling auf ganzer Länge an und dieses Gefühl überträgt sich auch binnen kürzester Zeit auf den Hörer.

Video

Tracklist

01 Ready For The Fall
02 Save Me
03 Stand Up And Be Counted
04 Bow Down To The Blues
05 Chase You Down
06 Get Out While I’m Ahead
07 Breakin‘ All The Rules
08 Streets Of Gold
09 Screaming Eagles
10 27 Club

Details

Screaming Eagles – Facebook
Screaming Eagles – Twitter

Label: Off Yer Rocka / Cargo
Vö-Termin: 21.08.2015
Spielzeit: 40:32

Copyright Cover: Off Yer Rocka



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde