Review

Willkommen im Königreich der zerstörten Träume

Scarlet Dorn haben vor Kurzem ihr drittes Studioalbum mit dem Titel „Queen of Broken Dreams“ veröffentlicht.

Auf der Scheibe befinden sich zwölf brandneue Songs. Das Label SPV verkündet darüber Folgendes:

Mit ihrer fesselnden Stimme versprüht Sängerin Scarlet Dorn eine Vielfalt an Emotionen, die von sanft und zart bis hin zu bedrohlich und düster reichen. Frei von Genre-Grenzen singt sich Scarlet direkt ins Herz. Von Industrial-Sounds, Rock-Balladen und elektronischen Beats nimmt die Band alle Hörer mit auf eine Reise durch komplexe menschliche Abgründe, die Welt der Hoffnung und der Trauer, aber auch direkt in die Arme des Lebens in all seiner Pracht. Scarlet Dorn verbinden dabei immer eine unglaubliche Eleganz der Dunkelheit mit einer ganz besonders einprägsamen Eingängigkeit der Songs von denen man einfach nicht genug bekommen kann.

Die Tracks

Der Opener „Falling“ wird zunächst im Intro von einem Klavier eingeleitet. Die Klaviermelodie zieht sich auch durch die Strophen und den Refrain, wobei sie in den Strophen deutlich präsenter ist. Gestalten sich die Strophen etwas ruhiger, wird im Refrain in die Vollen gegangen und man bekommt die volle Breitseite Dark Rock-Sound der extrem eingängigen Art auf die Ohren. Ein Zwischenspiel aus Gitarre und Piano nimmt zwar kurz die instrumentale Fülle aus dem Song, baut sich aber nach und nach durch das Hinzufügen der Instrumente wieder auf. Ein sehr gelungener Opener, der Lust auf mehr macht.

Mehr gibt es mit dem Track „Born To Suffer“, in dem sich die zu hörenden Klavierklänge wie ein Teppich unter die warme, gefühlvolle Stimme legen. Dieser wird in den Strophen viel Raum geboten, da die Gitarre hier nur partiell eingesetzt wird. Im Gegensatz dazu scheint der Refrain vom Tempo her etwas schneller zu werden und bekommt eine sehr opulente Instrumentierung, die die Tragik im Gesang perfekt untermalt.

Jene ist auch im Namensgeber des Albums „Queen of Broken Dreams“ zu hören. In diesem ist das Klavier vorherrschend und wird nur durch elektronische Sounds unterstützt.

In „Your Highness“ bauen Klavier, Schlagzeug, Bass und Gitarre ein Netz aus stakkato gespielten Klängen um den verführerisch klingenden Gesang herum auf. So kann man sich vor allem im Refrain ganz in den dargebotenen Klangteppich fallen lassen.

„A Light That Blinds The Truth“ wird mit dem virtuosen Klavierspiel von Gared Dirge eingeleitet. Hinzu gesellen sich düstere Gitarrenriffs und dunkle Bassläufe. Das Klavier zieht sich wie ein roter Faden durch den Song und wartet mit diversen Melodieläufen auf. Der kraftvolle Gesang steigert sich im Refrain noch mehr und erweckt die besungene Geschichte zum Leben.

Nach der wundervollen Ballade „Meteor“ folgt mit „Unstill Life“ ein weiterer ruhiger, aber dennoch kraftvoller Rock-Song, der in den Strophen hauptsächlich von Klavier und Streichern begleitet wird. Im Gesang scheint eine gewisse Traurigkeit mitzuschwingen und auch die Instrumentierung erzeugt eine Schwere, in die man sich wohlig-melancholisch fallen lassen kann. Mit „When You See Me Again“ schließt sich ein weiterer ruhiger, balladesker Song an, dessen Melancholie hauptsächlich durch die Kombination aus sanften Klavierklängen und zerbrechlich wirkender Stimme verursacht wird. Ebenfalls ein etwas ruhigerer Track ist „Love Wasn’t Made For Me“. Auch hier ist das Klavier wieder vorherrschend in den Strophen. Synthesizersound und Drums halten sich sehr zurück und werden erst im Refrain voll aufgefahren. Ein instrumentales Zwischenspiel aus Klavier, cleaner Gitarre und Synthie-Sound wirkt wie eine kleine Verschnaufpause, ehe es im Refrain wieder etwas kraftvoller und schneller zugeht.

Scarlet Dorn (Copyright: Jan Season)

Als Rock-Ballade kann zudem „What Are We To Do“ durchgehen. Wie schon mehrfach bei anderen Songs auf dieser Scheibe beschrieben, steigert sich diese von der reinen Klavier-Begleitung bis hin zur vollen Instrumentierung, wobei das Klavier immer an erster Stelle zu stehen scheint.
Das macht sich auch im Titel „Tonight“ bemerkbar, denn hier ist das Klavier derart präsent, dass es den Gesang teils fast schon zu überlagern scheint.

Es wundert somit nicht, dass auch im letzten Song „A Million Miles Away“ das Klavier allgegenwärtig ist. Sphärischer Synthesizer-Sound unterstützt die Pianoklänge, bis es schließlich durch das Hinzufügen der restlichen Instrumente doch noch etwas rockiger wird. So richtig mitgerissen wird man allerdings nicht; als Abschluss hätte man sich doch etwas anderes gewünscht.

Fazit

Mit der perfekten Abstimmung von Gesang und Instrumentierung vermag es die Band, die Zuhörer:innen zu verzaubern. Sowohl wundervolle Balladen als auch mitreißende Rock-Songs sind auf „Queen of Broken Dreams“ zu finden, sodass wohl jeder Fan seinen neuen Lieblingssong auf der Platte ausmachen kann. Dass mehrere ruhige Songs hintereinander auf dem Album platziert wurden, könnte allerdings die Gefahr des Skippens bergen.


Scarlet Dorn – Queen of Broken Dreams

Video

Tracklist

01 Falling
02 Born To Suffer
03 Queen Of Broken Dreams
04 Your Highness
05 A Light That Blinds The Truth
06 Meteor
07 Unstill Life
08 When You See Me Again
09 Love Wasn’t Made For Me
10 What Are We To Do
11 Tonight
12 A Million Miles Away

Details

Scarlet Dorn – Homepage | Scarlet Dorn – Facebook | Scarlet Dorn – Twitter

Label: SPV Recordings
Vö-Termin: 30.09.2022
Spielzeit: 47:35

Copyright Cover: SPV



Über den Autor

Selina
Carpe Noctem